Zulieferer Schaeffler erhöht Angebot für Vitesco-Aktionäre

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Nach mehreren Beschwerden bedeutender Vitesco-Investoren erhöht Schaeffler sein Angebot. Außerdem regelt ein Vertrag nun die Modalitäten der geplanten Fusion.

Der Schaeffler-Standort in Bühl, Deutschland.(Bild:  Schaeffler)
Der Schaeffler-Standort in Bühl, Deutschland.
(Bild: Schaeffler)

Im Ringen um die Gunst der Vitesco-Aktionäre will Schaeffler jetzt doch nachgeben und seine Offerte erhöhen. Der Zulieferer will nun 94 Euro je Aktie des Antriebsspezialisten bieten, teilten die beiden Unternehmen am Montag in Regensburg und Herzogenaurach mit. Zuvor lag das Angebot bei 91 Euro je Papier.

Vorstand und Aufsichtsrat von Vitesco halten den neuen Preis „aus finanzieller Sicht für nicht angemessen“. In einer Stellungnahme stimmen die beiden Gremien der Sicht des Schaeffler-Managements jedoch zu, dass ein fusioniertes Unternehmen strategische Vorteile haben kann. Positiv sei, dass die geplanten Synergien durch langfristige Wertschöpfung erreicht werden sollen – und nicht durch Sparprogramme oder Stellenabbau.

Vertrag über Zusammenschluss und Neuaufstellung

Gleichzeitig haben Schaeffler und Vitesco einen Vertrag über den geplanten Zusammenschluss vereinbart. Darin sind unter anderem geregelt, dass das fusionierte Unternehmen künftig als Schaeffler AG firmieren und seinen Sitz im fränkischen Herzogenaurach haben soll. Der Vitesco-Mann Thomas Stierle soll in den Vorstand aufrücken und dort die Sparte Elektromobilität verantworten.

In der Übersicht der Vorstandsmitglieder des neuen Schaeffler-Konzerns fehlt Andreas Wolf. Der aktuelle Vitesco-CEO scheint im neuen Unternehmen keine Aufgabe zu bekommen – oder zu wollen. Laut einer Sprecherin des Unternehmens wird es dazu eine weitere Meldung geben.

Das neue Schaeffler

Schaeffler will mit der Übernahme von Vitesco Technologies einen Top-10-Zulieferer mit 25 Milliarden Euro Umsatz, 120.000 Mitarbeitern und 100 Werken schmieden.

Für die geplante Fusion benötigen beide Unternehmen noch die Zustimmung der Vitesco-Aktionäre. Die Angebotsfrist endet nach Angaben von Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld Mitte Dezember. Er möchte im Februar 2024 eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten. Die Anteilseigner von Vitesco können Ende April 2024 abstimmen. Die Transaktion soll laut Schaeffler voraussichtlich im vierten Quartal 2024 abgeschlossen werden.

Mitte November noch keine Angebotserhöhung in Sicht

Noch Mitte November hatte sich Schaeffler gegen eine Angebotserhöhung gesträubt: Schaeffler-Chef Rosenfeld hatte angedeutet, keine Notwendigkeit für Änderungen zu sehen. Früheren Angaben zufolge hält die Industriellenfamilie Schaeffler über ihre Beteiligungsfirmen bereits knapp die Hälfte an Vitesco und hat sich weitere Anteile in Höhe von rund neun Prozent über Finanzinstrumente gesichert.

In den vergangenen Wochen hatten sich bedeutende Vitesco-Investoren öffentlich über ein ihrer Meinung nach zu niedriges Angebot beklagt und mehr gefordert. Auch Vitesco-Chef Andreas Wolf hielt das alte Angebot – zumindest aus mittel- bis langfristiger Perspektive – für zu niedrig.

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