Simulation Siemens kauft Altair Engineering

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Es ist der bislang größte Zukauf des Konzerns. Die Produkten beider Unternehmen ergänzen sich und sollen somit neues Umsatzpotenzial schaffen. Siemens rechnet mit erheblichen Mehreinnahmen.

Mit dem Zukauf von Altair will Siemens seinen Wandel zu einem Digital- und Technikunternehmen beschleunigen.      (Bild:  Altair)
Mit dem Zukauf von Altair will Siemens seinen Wandel zu einem Digital- und Technikunternehmen beschleunigen.
(Bild: Altair)

Siemens hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Altair Engineering Inc. unterzeichnet. Wie der deutsche Konzern mitteilt, liegt der Kaufpreis bei etwa zehn Milliarden US-Dollar (113 $ je Aktie). Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und wird für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2025 erwartet.

Die Transaktion soll den Umsatz im digitalen Geschäft von Siemens um acht Prozent steigern. Mittelfristig erwartet man in der Konzernzentrale in München einen jährlichen Beitrag von 500 Millionen US-Dollar. Auf lange Sicht wird ein zusätzlicher Umsatz von mehr als einer Milliarden Dollar pro Jahr gerechnet. Laut Mitteilung sollen diese Ziele insbesondere durch Cross-Selling des „in hohem Maße komplementären Portfolios“ erreicht werden. 

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Roland Busch, erwartet nicht weniger als das „weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio“. Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz sollen mit der Software „Siemens Xcelerator“ zusammengeführt werden.  Siemens sei stark in den Bereichen Mechanik und EDA-Design (Electronic Design Automation), wird James Scapa, Gründer und CEO von Altair, in der Mitteilung zitiert. Das passe sehr gut zum Portfolio von Altair.

Altair ist größter Zukauf in Siemens-Historie

Altair Engineering ist ein Softwareunternehmen in den Bereichen Simulation und Analyse, Datenwissenschaft und KI sowie Hochleistungsrechnen („High-Performance Computing“). Es wurde im Jahr 1985 gegründet, ging 2017 an die Börse (Nasdaq) und hat seinen Hauptsitz in Troy, Michigan (USA). Von den mehr als 3.500 Mitarbeiter arbeiten ungefähr 1.400 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. 

Für Siemens ist es der bislang größte Zukauf. Für den Öl- und Gasausrüster Dresser-Rand hatte der Konzern 2015 rund 7,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden gezahlt. Die Tochter Siemens Healthineers hat mit dem Krebsspezialisten Varian für 16,4 Milliarden Dollar eine größere Akquisition im Konzern-Verbund gestemmt.

Das Münchener Traditionsunternehmen konzentriert sich nach dem Börsengang der Medizintechniktochter Siemens Healthineers und der Abspaltung des Energietechnikkonzerns Siemens Energy zunehmend auf seine Digitalisierungsgeschäfte und trennt sich weiterhin von Randbereichen.

Kostensynergien im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich

Im zweiten Jahr nach dem Abschluss erwartet Siemens durch Kostensynergien einen positiven Effekt auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 150 Millionen Dollar pro Jahr. 

Siemens will die Übernahme vollständig in bar aus bestehenden Mitteln sowie den sich durch seine starke Bilanz ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten durchführen. Der Abbau des Verschuldungsgrades werde dabei durch liquide Mittel aus dem bereits abgeschlossenen Verkauf von Innomotics unterstützt. Zudem verfüge Siemens über Potenzial durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen.

Mit Material von dpa

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung