Skodas zweites E-Modell ist in den Wettbewerb um Marktanteile eingestiegen. Der Listenpreis ist vergleichbar mit dem Skoda Karoq mit Verbrennungsmotor.
Skoda hat den Elroq vorgestellt. Das zweite E-Modell der Tschechen geht direkt in den Bestellstart.
(Bild: Skoda)
Skoda hat das zweite Elektromodell der Tschechen an den Start gebracht: den Elroq. Am Dienstagabend, 1. Oktober, stellte die Führungsriege des Herstellers das Batteriefahrzeug in Prag der Öffentlichkeit vor – enthüllt wurde ein Fahrzeug im neuen Skoda-Design und mit den Außenmaßen eines SUV der Kompaktklasse. Der Elroq ist 4,49 Meter lang, 1,88 Meter breit und 1,62 Meter hoch – damit hat er in etwa die Maße des Verbrenner-Bruders Karoq, wenn auch zehn Zentimeter länger.
Ein BEV zum jetzigen Zeitpunkt? Der Startpunkt mag auf den ersten Blick unglücklich gewählt sein. Doch die aktuelle Elektro-Depression wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ewig anhalten. Jüngst hatte eine Roland-Berger-Studie belegt, dass der Absatz von E-Fahrzeugen weltweit steigt und die Infrastruktur sich stetig bessert. Dazu wächst das Angebot an bezahlbareren Modellen – womit sich der Kreis zum Skoda Elroq schließt.
33.900 Euro ruft der deutsche Importeur für das Modell mindestens auf (für die am schwächsten bestromerte Version Elroq 50). Zum Vergleich: Der günstigste Karoq startet bei 33.140 Euro. Und ja, es geht noch deutlich teurer. Die First Edition des Modells kostet gleich mal knapp 55.000 Euro. Man wird sehen, ob der Geldbeutel der Skoda-Kunden dafür noch locker genug sitzt. Positiv ist auf jeden Fall, dass es die Einstiegsvariante vom Start weg gibt. Mit dem Preis ist Skoda im Konzern zwar aktuell nicht der billigste Anbieter, weil VW für den in der Größe vergleichbaren ID.3 eine Vertriebsaktion fährt – aber die wird nicht von Dauer sein.
Klaus Zellmer, Vorstandschef von Skoda, ist jedenfalls guten Mutes, dass der Elroq bei den Kunden ankommt. Der Einstiegspreis sei wettbewerbsfähig, der Elroq europaweit das erschwinglichste Fahrzeug seines Segments. „In vielen Ländern erzielt er einen vergleichbaren Listenpreis wie der Skoda Karoq, sein Pendant mit konventionellen Motoren“, sagte er bei der Vorstellung. Innerhalb der Skoda-Familie hat der Elroq zudem ein Alleinstellungsmerkmal. Er zeigt als erstes Serienmodell die neue Designsprache der Marke, „Modern Solid“ genannt, die nun nach und nach eingeführt wird.
Die Front-Ansicht unterscheidet sich deutlich von den bisherigen Modellen. Wo sonst der Kühlergrill war, ist nun ein schwarzer schmaler Schlitz, das sogenannte „Tech-Deck-Face“. Dahinter verbergen sich die Sensorsysteme wie Radar und Frontkamera. Dazu kommen neu gestaltete Scheinwerfer, wahlweise als LED oder Matrix-LED zu haben, erstmals der Skoda-Schriftzug ganz vorne auf der Motorhaube, der den gefiederten Pfeil ablöst, und generell eine robuste Frontschürze.
Einen weiteren Pluspunkt hat Zellmer, über den eher selten gesprochen wird: Zumindest im wichtigen Markt Deutschland, steht ein motiviertes Händlernetz bereit, das bereits den Enyaq zu einem Überraschungserfolg gemacht hat. Hört man in die Händlerschaft, sind die Verkäufer durchaus ambitioniert und selbstbewusst, diesen Erfolg zu wiederholen: „Weil wir es können.“ Elektro-Delle hin oder her. Möglicherweise spielt dem Hersteller sogar in die Karten, dass der Agenturvertrieb bis Anfang 2026 verschoben wurde. Eigentlich hätte die Agentur mit dem Elroq starten sollen – mit der dann schizophrenen Situation, dass der Enyaq noch im klassischen Händlervertrieb gelaufen wäre. Dass die Skoda-Händler wissen, wie sie die Ware an den Mann bringen, haben sie in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt und das Fabrikat in Deutschland auf Platz vier in der Verkaufsstatistik geführt.
Grundsätzlich ist klar, dass der Elroq zum Erfolg verdammt ist. Denn nach heutigem Stand muss der CO2-Flottenwert bei Skoda weiter sinken, um Strafzahlungen in der EU zu vermeiden. Auch in dieser Hinsicht ist der Elroq gut gewählt, startet er doch als Kompakt-SUV im laut Zellmer „wachstumsstärksten und beliebtesten Teilsegment des europäischen Neuwagenmarkts“.
Fahrzeugkonfigurator ist freigeschaltet
Da wundert es denn auch nicht, dass Skoda den Fahrzeugkonfigurator bereits am Tag nach der Präsentation in zwölf Märkten freigeschaltet hat. Weitere Märkte folgen in Kürze. Neben dem Elroq 50 und der First Edition in einer Auflage von 2.025 Einheiten gibt es das Modell als Elroq 85 ab 43.900 Euro. Im Handel kommt das Modell dann Ende Januar 2025 an (vermutlich zur traditionellen Verkaufsaktion „Skoda Buffet“). Die Auslieferungen sollen im Laufe des ersten Quartals starten.
Stand: 08.12.2025
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Das Auto selbst punktet an verschiedenen Stellen, beginnend mit dem Raumangebot aufgrund der eingangs erwähnten Außenmaße und einem Radstand von 2,77 Metern. Wie bereits im Enyaq sitzen die Passagiere vorne sehr luftig und im Fond geräumig. Das Kofferraumvolumen variiert von 470 bis 1.580 Liter – und stellt aus Sicht des Herstellers einen Bestwert im Segment dar. Dazu kommen die bekannten Simply-Clever-Ideen zum Aufbewahren von Regenschirm (in der Tür), Handy (in der Seitentasche), Ladekabel (unter der Heckklappe), Warndreieck (in der Heckklappe) etc.
Trotz SUV-Aufbau hat Skoda den Luftwiderstand im Griff, der cW-Wert liegt bei 0,26. Je nach Akku-Größe mit netto 52, 59 und 77 Kilowattstunden soll das Modell bis zu 560 Kilometer Reichweite schaffen – das allerdings sicher nicht bei dauerhafter Maximalgeschwindigkeit von 180 km/h. Die maximale Ladeleistung liegt je nach Akkugröße bei 145, 165 und 175 kW. Das soll die Füllung von 10 auf 80 Prozent in 25 bis 28 Minuten ermöglichen. An Wallboxen und sonstigen Wechselstrom-Zapfanlagen fließen maximal 11 kW durch die Leitungen. Den WLTP-Verbrauch gibt Skoda mit 15,2 bis 16,6 kWh/100 km an.
Fortschritte im Innenraum
Der 13 Zoll große Infotainmentbildschirm mit einer laut Skoda im Vergleich zu anderen Modellen verbesserten Benutzeroberfläche zählt zur Serienausstattung. Eine Leiste mit haptischen Drucktasten unter dem Infotainmentbildschirm erlaubt den schnellen Zugriff auf die Menüs rund um Assistenzsysteme, Fahrmodi, Parkfunktionen und Klimatisierung. Optional bietet Skoda ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktionen und überarbeiteten Grafiken an.
Für das Interieur der Design Selections setzt Skoda auf Materialien, die nachhaltig, langlebig und praktisch sind. Das Recy-Titan-Gewebe beispielsweise, das an Türverkleidungen, Sitzen, Instrumententräger, Mittelarmlehne und im Kniebereich zum Einsatz kommt, besteht zu 78 Prozent aus recycelten PET-Kunststoffen (etwa Trinkflaschen). Für die Econyl-Fasern werden Fischernetze, Stoffreste und ausgemusterte Teppiche wiederverwertet.
Auch Sprachassistentin Laura ist wieder an Bord und greift für ihre Dienste auf Chat-GPT zurück. Dadurch sollen laut Skoda die Konnektivität und die Steuerung vieler Funktionen über die neu gestaltete MySkoda-App vereinfacht werden, etwa bei der Klimatisierung, beim Laden an der Wallbox oder bei der Berücksichtigung von Ladestopps bei der Routenplanung.