Studie Autokäufer verunsichert – nicht nur in Deutschland

Von Johannes Büttner 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Pkw-Käufer zögern aktuell – nicht nur, weil das Geld knapper als früher ist, sondern auch, weil sie viele offene Fragen haben. Dabei unterscheiden sich die Deutschen in einigen Punkten deutlich von anderen Ländern. Besonders hinsichtlich der E-Mobilität gibt es Abweichungen.

Verbraucher beschäftigten mit Blick auf den Autokauf neben der Frage der Finanzen momentan noch viele andere Fragen, wie eine Studie von Consors Finanz zeigt.(Bild:  Promotor/Timo Volz)
Verbraucher beschäftigten mit Blick auf den Autokauf neben der Frage der Finanzen momentan noch viele andere Fragen, wie eine Studie von Consors Finanz zeigt.
(Bild: Promotor/Timo Volz)

Autofahrer, die sich über kurz oder lang einen neuen Pkw anschaffen wollen, sind verunsichert: Angesichts tiefgreifender Veränderungen auf dem weltweiten Automarkt stochern sie im Nebel: Für welches Modell welcher Marke mit welchem Antrieb sollen sie sich entscheiden? Und wie sollen sie ihren Neuwagen finanzieren?

Dieses Bild zeichnet zumindest das Automobilbarometer 2024 „Motorists are in a fog“ von Consors Finanz. Für die Studie hat der Finanzdienstleister im vergangenen Jahr über 15.000 repräsentativ ausgewählte Verbraucher in insgesamt 16 Ländern Europas, Asiens und Amerikas befragen lassen.

Erstes Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent in Deutschland, 58 Prozent weltweit) sind der Ansicht, der Kauf eines Autos stelle heute eine schwierigere Entscheidung dar als in früheren Jahren. Folgerichtig haben auch nur 23 Prozent vor, sich im Lauf der nächsten zwölf Monate einen neuen Wagen anzuschaffen. 41 Prozent wollen oder müssen erst einmal abwarten, 36 Prozent planen generell keinen Autokauf.

Autos sind zu teuer

Diejenigen, die kein Auto kaufen möchten, nennen im Wesentlichen zwei Gründe: Entweder sie benötigen kein eigenes Fahrzeug (46 Prozent) oder sie können sich keines leisten (38 Prozent). Auch für die Zögerlichen sind die Finanzen der wichtigste Hinderungsgrund: Der Einkaufspreis, die Unterhaltskosten und/oder die Kraftstoffkosten seien derzeit zu hoch, meinen sie.

Speziell für den deutschen Markt kommt die Studie zu dem Ergebnis: 36 Prozent haben jüngst aufgrund gestiegener Preise auf die Anschaffung eines Autos verzichtet. 28 Prozent derjenigen befragten Deutschen, die ein Auto frühestens in einem Jahr kaufen wollen, haben im Moment schlichtweg nicht die finanziellen Ressourcen dafür. Daneben erklärten 21 Prozent, sie würden sich erst später einen Pkw kaufen, weil sie sich aktuell für kein spezielles Modell entscheiden können.

Skepsis gegenüber E-Mobilität und China-Marken

Das gilt unter anderem für die Antriebsvariante. Der Elektromobilität stehen die Deutschen generell noch vergleichsweise skeptisch gegenüber. 51 Prozent von ihnen glauben nicht, dass das E-Auto das Verbrennerauto komplett ersetzen werde. Zum Vergleich: In China und den USA sind nur 35 beziehungsweise 38 Prozent von einer Zukunft für den Verbrenner überzeugt.

Wichtigste Argumente gegen die Stromer sind nach wie vor der zu hohe Kaufpreis, Reichweitenängste sowie die Befürchtung, das Laden sei zu kompliziert. Dennoch wollen sich laut Studie weltweit immerhin rund 55 Prozent beim nächsten Autokauf für ein batterieelektrisches Fahrzeug oder einen Plug-in-Hybrid entscheiden. 45 Prozent bleiben beim Verbrenner.

Neue Antriebsvarianten und preissensible Kunden könnten eine Chance für neue Anbieter sein. Tatsächlich versuchen in jüngster Zeit auch verstärkt neue Player – vor allem aus China –, auf dem Markt Fuß zu fassen. Bislang tun sie sich allerdings noch schwer – gerade in Deutschland. Nur 41 Prozent der befragten Deutschen äußerten eine positive Einstellung gegenüber Autoherstellern mit Sitz in der Volksrepublik. Nicht nur europäische, sondern auch japanische, koreanische und amerikanische Anbieter haben hierzulande ein deutlich besseres Image.

Stabilisierende Effekte erforderlich

Für nur 31 Prozent der Deutschen kommt der Kauf eines China-Modells in Frage. Im Durchschnitt der 16 Studienländer ziehen 38 Prozent ein Fahrzeug chinesischer Herkunft in Erwägung. Immerhin wird den Chinesen ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis unterstellt als den europäischen Herstellern. Japaner und Südkoreaner schneiden allerdings in diesem Punkt noch besser ab.

„Die Ergebnisse des Automobilbarometers zeigen, dass mehr denn je stabilisierende Effekte erforderlich sind, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern Sicherheit und Richtung zu geben“, fasst Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz, die Studienergebnisse zusammen. Sein Unternehmen wolle als Finanzdienstleister dazu beitragen, den Kunden sowohl Handlungssicherheit als auch die notwendige Flexibilität zu geben.

(ID:49955797)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung