Umweltschutz Aktivisten besetzen Waldstück nahe Tesla-Fabrik

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Mehrheit der Einwohner in Grünheide ist gegen Teslas Erweiterung. Jetzt erhalten sie Unterstützung von Umweltaktivisten. Davon profitieren könnte Italien.

Neuer Ärger bei Tesla in Grünheide: Aktivisten haben ein Waldstück nahe der Fabrik besetzt. Im Bild: Die Tesla-Fabrik im Jahr 2022.(Bild:  Tesla)
Neuer Ärger bei Tesla in Grünheide: Aktivisten haben ein Waldstück nahe der Fabrik besetzt. Im Bild: Die Tesla-Fabrik im Jahr 2022.
(Bild: Tesla)

Die Einwohner von Grünheide erhalten nach ihrem Votum gegen eine Erweiterung der Tesla-Fabrik Unterstützung von Umweltaktivisten. Mitglieder der Initiativen „Tesla stoppen“ und „Robin Wood“ besetzten laut der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zu Donnerstag (28. Februar) mit mehreren Baumhäusern ein Waldstück nahe der Autofabrik des Unternehmens. Sie protestieren gegen die geplante Werkserweiterung – vor allem gegen die Rodung des Waldstückes und für Wasserschutz.

Verletzt Tesla Abwassergrenzwerte?

Anfang der Woche gab es Berichte, wonach der Autohersteller „ständig und in erheblicher Weise“ zulässige Abwassergrenzwerte überschreite. Ermittelt hatte das der Wasserverband Strausberg-Erkner. „Mehrere Aufforderungen und Abmahnungen blieben ergebnislos“, heißt es in dem Papier. „Eine Abhilfe wurde für die Zukunft weder angegangen noch in Aussicht gestellt.“

Der Verband wolle Anfang März darüber beraten, ob er die Abwasserentsorgung für Tesla weiterführt. Tesla bestreitet die Vorwürfe, aus der Fabrik käme „ein typisches kommunales Abwasser“.

Sie fordern von Tesla, Gemeinde, Land und Bund, alles zu tun, um die Erweiterung zu stoppen und eine klimagerechte Mobilitätswende voranzubringen. Neben der Plattform bauten die Aktivisten eine Feldküche auf. Schilder weisen auf das besetzte Areal hin. Laut eines Reporters der Nachrichtenagentur sei die Stimmung nach einer frostigen Nacht friedlich. Es kämen immer mehr Aktivisten an. Die Polizei sei vor Ort und spreche mit ihnen. Die Besetzung nahe des Bahnhofs Fangschleuse sei laut der Aktivisten für unbestimmte Zeit geplant.

Unterstützung für Bewohner von Grünheide

Die Initiativen wollen mit der Aktion auch das Votum der Bürger von Grünheide unterstützen. Laut Robin Wood stimmten 63,5 Prozent der Einwohner in einer Befragung gegen den Bebauungsplan, 70 Prozent beteiligten sich an der Befragung. Das Votum ist rechtlich nicht bindend.

„Uns geht es vor allem um das Trinkwasserschutzgebiet“, sagte Aktivistin Caro Weber von Tesla Stoppen der Deutschen Presse-Agentur. Und: „Wir wollen uns der Zerstörung in den Weg stellen.“ Ihr zufolge reisten Umweltaktivisten aus dem ganzen Bundesgebiet an. Die Initiative vertraue nicht darauf, dass die Politik dem Willen der Einwohner folgen werde, da schon das bestehende Werk mit Sondergenehmigungen gebaut worden sei. Ein Teil des Tesla-Geländes liegt im Trinkwasserschutzgebiet, das Werk wurde mittels vorzeitiger Zulassungen errichtet.

Was will Tesla auf der neuen Fläche bauen?

Der Autohersteller will auf dem neuen Gelände einen Güterbahnhof, Lagerhallen und einen Betriebskindergarten bauen. Tesla sieht in der Erweiterung Vorteile für die Region. Der Güterverkehr könnte mit dem Werksbahnhof entlastet werden. Es gehe laut des Unternehmens auch um mehr Liefersicherheit mit Lagerflächen.

Entscheidung zum Bebauungsplan steht aus

Die Gemeindevertretung muss einem Bebauungsplan noch zustimmen. Kritiker forderten, ihn zu ändern. Sie sehen keinen Grund für eine Erweiterung des Geländes. Nach Worten von Bürgermeister Arne Christiani werden sich die Gemeindevertreter nicht gegen das Votum der Bürger stellen.

Siedelt sich Tesla in Italien an?

Nach dem Nein in der Bürgerbefragung macht sich laut dpa Italien Hoffnung auf eine Ansiedlung des Autoherstellers. Wirtschaftsminister Adolfo Urso verwies demnach am Mittwoch vor dem Industrieausschuss der Abgeordnetenkammer in Rom darauf, dass der Plan für eine großangelegte Erweiterung in Deutschland abgelehnt worden sei. „Das wird mit Sicherheit zu einer Entscheidung des Konzerns führen“, sagte Urso laut dpa.

Man sei bereits seit mehreren Monaten mit Tesla in Gesprächen. „Wir bekommen sehr positives Feedback. Aber das ist ein Prozess, der Vorsicht erfordert.“ Mit Blick auf den chinesischen Elektro-Autohersteller BYD verwies er auch auf Kontakte zu Herstellern aus Asien.

Mit Material von dpa

(ID:49937030)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung