Mobilität Total Energies schließt Tankstellenverkauf in Deutschland und den Niederlanden ab

Aktualisiert am 29.05.2024 Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Total Energies hat seine Tankstellen in Deutschland und den Niederlanden verkauft – zu Gunsten von Mobilität mit Strom und Wasserstoff. In einem Joint Venture soll ein Wasserstoff-Tankstellennetz für Lkw entstehen.

Total Energies hat sein Tankstellennetz in Deutschland und den Niederlanden verkauft.(Bild:  Total petrol station /Mondo79 / CC BY )
Total Energies hat sein Tankstellennetz in Deutschland und den Niederlanden verkauft.
(Bild: Total petrol station /Mondo79 / CC BY )

Total Energies hat sein Tankstellennetz in Deutschland und den Niederlanden verkauft und in Luxemburg und Belgien ein Joint Venture gegründet. Die Transaktion umfasst 1.198 Tankstellen in Deutschland und 392 in den Niederlanden und bringt Total Energies laut einer Mitteilung 3,4 Milliarden Euro ein, bereinigt und vor Steuern. Der Verkauf umfasst die Tankstellennetze und das Tankkartengeschäft für Geschäftskunden.

Total Energies behält die Ladestationen außerhalb der Tankstellen, den Wasserstoffvertrieb, den Großhandel mit Kraftstoffen und das AS24-Tankstellennetz für Lkw. Käufer der Tankstellennetze ist das Unternehmen „Alimentation Couche-Tard“, ein kanadischer Betreiber von Verbrauchermärkten. Der Verkauf des deutschen Netzes wurde bereits Ende 2023 vollzogen. Anfang 2024 folgte der Übergang der Tankstellennetze in den Niederlanden, Luxemburg und Belgien.

In Luxemburg und Belgien haben sich Total Energies und Couche-Tard zu einem Joint Venture zusammengeschlossen. Es betreibt 619 Tankstellen. Total Energies hält daran 40 Prozent, Couche-Tard 60 Prozent. Mit der Partnerschaft will das Energieunternehmen den Anteil des Umsatzes steigern, der nicht an Kraftstoffe gebunden ist – und damit „die Transformation seiner beiden Netze beschleunigen und gleichzeitig die Non-Fuel-Umsätze auf ein Höchstmaß steigern“. Mit anderen Worten: Das Geld aus dem Geschäft mit herkömmlichen Kraftstoffen fließt zu einem großen Teil in neue Mobilität. Konkret: Strom und Wasserstoff.

Investment in Wasserstoff-Tankstellen

Seit dem Jahr 2015 hat sich Total Energies von seinen Tankstellennetzen in Italien, der Schweiz und Großbritannien getrennt. Dafür baut das Unternehmen Ladestationen an Hauptverkehrsadern und in europäischen Großstädten. Gemeinsam mit Air Liquide entwickelt Total Energies ein europäisches Wasserstoffnetz für Lkw.

Dafür haben beide Firmen Ende Januar 2024 das Gemeinschaftsunternehmen „TEAL Mobility“ gegründet, an dem sie gleiche Teile halten. Das Ziel ist ein Netz von mehr als 100 Wasserstoff-Tankstellen auf wichtigen europäischen Transitrouten. Ab 2024 soll das Joint-Venture rund 20 Stationen in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Deutschland betreiben.

Was wird aus den verkauften Tankstellen?

Total Energies wird die verkauften Tankstellen in den vier Ländern laut Unternehmensangaben noch mindestens fünf weitere Jahre mit Kraftstoffen beliefern. Diese kommen vor allem aus Raffinerien im belgischen Antwerpen und dem deutschen Leuna. Das Unternehmen hatte den Verkauf der Tankstellen im März 2023 angekündigt. In Belgien und Luxemburg hat Total Energies nach Angaben der Sprecherin eine marktführende Stellung.

Die verkauften Tankstellen „sollen sich künftig in Service-Stätten und Orte zum Verweilen – Shops, Autowäsche, Restaurants und kundennahe Dienstleistungen – verwandeln und nicht mehr nur als einfache Verkaufsstellen für Kraftstoffe dienen“, beschreibt die Sprecherin. Couche-Tard besteht seit 1980 und betreibt täglich geöffnete Verbrauchermärkte, die ein Restaurant, einen Shop und eine Tankstelle umfassen. Das Unternehmen betreibt mehr als 14.000 Standorte in Nordamerika, Asien und Nordeuropa und beschäftigt über 120.000 Menschen.

Geringere Umsätze mit Kraftstoffen

Die Europäische Union hat mit dem „Green Deal“ und dem Richtlinienpaket „Fit for 55“ ihr Ziel festgelegt, der erste kohlendioxidneutrale Kontinent zu werden. Ab dem Jahr 2035 sollen ausschließlich kohlendioxidneutrale Autos verkauft werden dürfen; keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren.

„Diese weitreichenden Beschlüsse veranlassten Total Energies, Entscheidungen bezüglich seiner Tankstellennetze in Europa zu treffen, die aufgrund des sinkenden Kraftstoffvertriebs Umsatzeinbußen verzeichnen“, beschreibt die Sprecherin. Als einen Grund nennt das Unternehmen, dass Elektroautos eher zu Hause oder im Unternehmen geladen werden – nicht an den Ladestationen der Tankstellen.

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