Automarkt Türkei: „Unter einer Wolke der Unsicherheit“

Von Tina Rumpelt 6 min Lesedauer

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Die Türkei ist der viertgrößte Auto-Produzent in Europa und ein attraktiver Standort für Zulieferer. Wären da nur nicht all diese Unwägbarkeiten.

Die türkische Automarke Togg: Schon in zwei Jahren sollen 100.000 Fahrzeuge entstehen.(Bild:  Andreas Conrad, FrontRowSociety.net, © Krit - stock.adobe.com)
Die türkische Automarke Togg: Schon in zwei Jahren sollen 100.000 Fahrzeuge entstehen.
(Bild: Andreas Conrad, FrontRowSociety.net, © Krit - stock.adobe.com)

Der türkische Automarkt läuft heiß: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden knapp 430.000 neue Pkw verkauft – plus 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die hohe Inflation in der Türkei – offiziell fast 60 Prozent, inoffiziell mindestens doppelt so hoch – treibt die Menschen in Sachwerte. Die Chancen, das Auto später für gutes Geld weiterverkaufen zu können, sind gut. Kreditzinsen frisst die Inflation auf.

Dem Treiben hat der türkische Staat nun einen Riegel vorgeschoben. Mitte Juli trat ein Gesetz in Kraft, das verbietet, Gebrauchtwagen teurer als entsprechende Neuwagen zu verkaufen. Es drohen Geldstrafen von bis zu 300.000 türkischen Lira, aktuell etwa 11.000 Euro. „Einen Gebrauchten zum Preis eines Neuwagens – oder ein bisschen darunter – loszuschlagen, ist trotzdem noch ein gutes Geschäft. Das Gebraucht- und Neuwagengeschäft wird also voraussichtlich weiter gut laufen“, erklärt Henner Lehne, Vice President Vehicle & Powertrain Group, S&P Global Mobility.