Volkswagen Komponente aus Xinjiang: Tausende Neuwagen vom US-Zoll blockiert

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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In den USA stecken über 10.000 Neuwagen der Marken Audi, Bentley und Porsche im Zoll fest. Grund ist eine verbaute Komponente aus der chinesischen Provinz Xinjiang.

Der US-amerikanische Zoll blockiert mehrere Tausend Neuwagen. Darunter Modelle der Marke Audi.(Bild:  Audi)
Der US-amerikanische Zoll blockiert mehrere Tausend Neuwagen. Darunter Modelle der Marke Audi.
(Bild: Audi)

Bauteile aus dem Westen Chinas sorgen bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen jetzt auch für Probleme in den USA: An dortigen Häfen stecken mehrere Tausend Neuwagen fest, weil darin Teile aus dem Westen Chinas, zu dem auch die Region Xinjiang zählt, verbaut wurden. „Wir arbeiten daran, eine zollbedingte Verzögerung bei der Auslieferung bestimmter Fahrzeugmodelle des Volkswagen-Konzerns von US-Häfen an die Händler zu beheben“, erklärte ein Konzernsprecher am Donnerstag auf Anfrage der dpa. Die betreffende Komponente werde in den Fahrzeugen nun ausgetauscht. Zuvor hatten „Financial Times“ und „Handelsblatt“ berichtet.

„Die Auslieferung der Fahrzeuge läuft weiter, es kann aber leider zu Verzögerungen kommen“, fügte der Konzernsprecher hinzu. „Grund ist ein kleines elektronisches Bauteil einer größeren Steuereinheit, die bei den betroffenen Fahrzeugen ausgetauscht wird, sobald die benötigten Teile verfügbar sind.“ Betroffen sind laut „Handelsblatt“ 13.000 Neuwagen der Konzerntöchter Audi, Porsche und Bentley.

VW prüft Konsequenzen gegen Zulieferer

Der „Financial Times“ zufolge stammt das fragliche Bauteil aus Westchina und dürfe in den USA wegen eines dortigen Gesetzes gegen Zwangsarbeit nicht verwendet werden. Volkswagen selbst habe aber keine Kenntnis von der Herkunft gehabt. Es sei von einem Zulieferer in einem größeren Bauteil verbaut worden. Volkswagen habe davon erst durch einen Hinweis des Zulieferers erfahren und dann selbst die US-Behörden informiert. „Wir klären den Sachverhalt auf und leiten geeignete Maßnahmen ein“, erklärte der VW-Sprecher. „Dazu kann auch die Beendigung der Lieferantenbeziehung gehören, wenn unsere Untersuchungen schwerwiegende Verstöße bestätigen.“

Volkswagen steht seit Langem wegen seiner Aktivitäten in Westchina in der Kritik. In der dortigen Region Xinjiang betreibt der Konzern zusammen mit seinem chinesischen Partner Saic ein Auslieferungswerk und eine Teststrecke. Am Mittwoch hatte Volkswagen angekündigt, mit Saic „über die künftige Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten in der Provinz Xinjiang“ zu sprechen. Derzeit würden verschiedene Szenarien intensiv geprüft.

Uiguren, Angehörige anderer Minderheiten und Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren, dass Hunderttausende Menschen in Xinjiang gegen ihren Willen in Umerziehungslager gesteckt, zum Teil gefoltert und zu Zwangsarbeit gezwungen würden. Die chinesische Regierung bestreitet diese Vorwürfe.

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