Krieg in der Ukraine Volkswagen beendet Partnerschaft mit GAZ – Produktion in Nischni Nowgorod endet

Von dpa

Volkswagen hat seine Fertigungs-Partnerschaft mit dem russischen Autohersteller GAZ beendet. Die Produktion im russischen Nischni Nowgorod wird eingestellt.

Volkswagen hat seine Fertigungs-Partnerschaft mit dem russischen Autohersteller GAZ beendet. Im Werk in Kaluga, im BIld, produziert Volkswagen aktuell noch Fahrzeuge.
Volkswagen hat seine Fertigungs-Partnerschaft mit dem russischen Autohersteller GAZ beendet. Im Werk in Kaluga, im BIld, produziert Volkswagen aktuell noch Fahrzeuge.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen zieht sich aus der Produktion im russischen Montagewerk Nischni Nowgorod zurück. Der Autohersteller bietet den Beschäftigten eine Abfindung, wenn sie selbst kündigen. Bisher unterhielt VW am Standort eine gemeinsame Fertigung mit dem Autohersteller GAZ – dessen Miteigentümer Oleg Deripaska steht im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg auf westlichen Sanktionslisten.

Zunächst gab es eine befristete Ausnahmegenehmigung für den Weiterbetrieb, die zuletzt aber nicht verlängert wurde, wie es am Donnerstag (9. Juni) aus Wolfsburg hieß. Zuvor hatte auch die russische Tageszeitung „Kommersant“ über die jüngste Entwicklung berichtet.

Abfindung bei eigener Kündigung

„Mitarbeitern, die ihren Vertrag bis zum 17. Juni aufkündigen, wurden sechs Monatsgehälter versprochen. Wer bis zum 29. Juni kündigt, dem fünf“, schrieb das Blatt. Insgesamt geht es um rund 200 Arbeiter, wie ein VW-Konzernsprecher bestätigte.

In Nischni Nowgorod war der Autohersteller bislang an einer sogenannten CKD-Produktion beteiligt. Dabei werden fertige Bauteilgruppen und Systeme zugeliefert und zu Autos montiert. Für die eigenen Kollegen in der bestehenden Auftragsfertigung gebe es nun keine Perspektive mehr, hieß es. „Die Partnerschaft ist beendet.“

Die Fabrik in Nischni Nowgorod, wo VW bis zum Jahresbeginn Modelle seiner Kernmarke sowie der Tochter Skoda zusammenbauen ließ, gehört zum GAZ-Konzern. Zu Sowjetzeiten war dieser etwa bekannt für die Wolga-Limousinen. Am 25. Mai traten US-Sanktionen gegen das Unternehmen in Kraft.

Zukunft des VW-Werkes Kaluga ungewiss

In Kaluga 150 Kilometer südwestlich von Moskau hat VW ein eigenes Werk. Seit dem 3. März steht die Produktion still, Grund sind Ersatzteilprobleme wegen der westlichen Strafmaßnahmen. Bislang hat der Volkswagen-Konzern noch keine Entscheidung über einen möglichen endgültigen Rückzug vom russischen Markt bekanntgegeben.

Die Autobranche in Russland durchlebt eine schwere Krise. Praktisch alle Hersteller mussten ihre Fertigung wegen Teilemangels einstellen. Selbst der heimische Autohersteller Avtovaz ließ monatelang die Produktion ruhen.

Nach einer Wiederinbetriebnahme der Fließbänder am Mittwoch musste das Unternehmen schon am Donnerstag erneut eine Unterbrechung für mindestens eine Woche ankündigen.

Der Absatz von Neuwagen ist in Russland seit dem Beginn des Krieges um über 80 Prozent eingebrochen.

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