Volkswagen will in diesem Jahr viel Geld investieren, vor allem auf dem chinesischen Markt. Konzernchef Oliver Blume rechnet im Jahr 2024 mit höheren Erlösen.
Volkswagen will in diesem Jahr bis zu 14,5 Prozent des Umsatzes in Entwicklung, Produkte und Anlagen investieren.
(Bild: Volkswagen)
Der Volkswagen-Konzern sieht in diesem Jahr einen hohen Bedarf für Investitionsausgaben. Der Autohersteller will 13,5 bis 14,5 Prozent des Umsatzes in Entwicklung, Produkte und Anlagen stecken. Ein Höchststand. Das teilte VW am Freitag (1. März) in Wolfsburg mit. Erst in den darauffolgenden Jahren dürften die Belastungen nachlassen – schrittweise soll der Anteil des erwirtschafteten Erlöses, den das Unternehmen für Forschung und Sachinvestitionen ausgibt, bis 2027 auf elf Prozent sinken. Die gesamten Investitionsausgaben in den Jahren 2025 bis 2029 will VW auf 170 Milliarden Euro begrenzen.
Hohe Investitionen in China
Für die Fünfjahresperiode zwischen 2023 und 2027 hatte Volkswagen 180 Milliarden Euro veranschlagt und dabei gewarnt, dass 2024 eine hohe Hürde zu nehmen sei. Für die fünf Jahre zwischen 2024 und 2028 hat der Konzern bisher keine konkrete Angabe gemacht, Experten erwarten jedoch ein unverändertes Budget für diesen Zeitraum.
VW gibt viel Geld aus, um auf dem chinesischen Markt dem Wettbewerb vor allem bei Elektroautos zu trotzen, um Batteriezellfabriken zu bauen und Elektroautos und Verbrennungsmotoren weiterzuentwickeln.
Das schmälert allerdings die frei verfügbaren Mittel im Konzern. Im Vorjahr erzielte VW im Automobilbereich netto nach Investitionen noch einen hohen Mittelzufluss von 10,7 Milliarden Euro: unter anderem dank eines im vierten Quartal starken Vorratsabbaus, wie Finanzchef Arno Antlitz in einem internen Interview sagte, das der Nachrichtenagentur dpa vorlag.
Das sei ein Einmaleffekt gewesen, hinzu kämen nun erhebliche Investitionen in Zukunftsfelder, insbesondere in die Batteriesparte, so der Manager. „Entsprechend rechnen wir auch nur mit 4,5 bis 6,5 Milliarden Euro Netto-Cash-Flow für 2024 – eine absolute Untergrenze in unserem Geschäft“, fügte Antlitz an.
VW-Chef Blume sieht Übergangsjahr
Konzernchef Oliver Blume stellte den Konzern auf ein Übergangsjahr ein. „Die Aufräumarbeiten sind abgeschlossen“, sagte er laut Mitteilung. Die wesentlichen Weichen für den Umbau des Konzerns seien gestellt. „Darauf können wir 2024 aufbauen und haben eine solide Basis für einen beschleunigten Hochlauf ab 2025.“
Der Konzernchef rechnet nach einem starken Umsatzplus 2023 in diesem Jahr damit, dass die Erlöse um bis zu fünf Prozent wachsen. Die operative Umsatzrendite – also der Anteil der Erlöse, der als Gewinn im Tagesgeschäft übrig bleibt – soll mit 7 bis 7,5 Prozent nach Möglichkeit über dem Vorjahreswert von sieben Prozent liegen.
Den hohen Auftragsbestand aus der Zeit des Chipmangels habe der Autohersteller weitgehend abgearbeitet, sagte der Finanzchef. „Die Auftragseingänge liegen aktuell noch unter unseren Planungen für 2024 – insbesondere im BEV-Bereich“, sagte er mit Blick auf batterieelektrische Autos. „2024 wird uns einiges abverlangen.“
Vergangenes Jahr war der Umsatz des Konzerns dank eines Schlussspurts laut vorläufigen Zahlen unerwartet kräftig um 15,5 Prozent auf 322 Milliarden Euro geklettert, auch dank des bereits bekannten Verkaufszuwachses um knapp zwölf Prozent auf 9,2 Millionen Fahrzeuge. Ein höherer Anteil neuerer und teurerer Fahrzeuge gab beim Umsatz ebenso Schub wie höhere Verkaufspreise.
Volkswagens Umsatzrendite ist gesunken
Das operative Ergebnis legte allerdings lediglich um gut zwei Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zu. Die Umsatzrendite ging damit von 7,9 auf 7 Prozent zurück. Unter anderem belasteten höhere Produktkosten und Bewertungseffekte von Rohstoffabsicherungen, die mit 3,2 Milliarden Euro in der Bilanz zu Buche schlugen. Angaben zum Nettogewinn machte VW nicht. Am 13. März legt das Unternehmen detaillierte Finanzzahlen und den Geschäftsbericht vor.
Stand: 08.12.2025
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