Batterietechnik Volvo legt Geschäftsbetrieb von Novo Energy still

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Novo Energy, einst als Gemeinschaftsunternehmen von Volvo und Northvolt entstanden, muss mit ihrem Geschäftsbetrieb pausieren. Der Autohersteller sucht einen neuen Technologiepartner.

Novo Energy, das Joint Venture mit Northvolt, sollte die Batterien für die Elektrofahrzeuge von Volvo herstellen. Doch nach der Insolvenz von Northvolt kämpft nun die alleinige Volvo-Tochter um ihr Überleben. Bis ein neuer Technologiepartner gefunden wird, steht der Betrieb still. (Bild:  Volvo)
Novo Energy, das Joint Venture mit Northvolt, sollte die Batterien für die Elektrofahrzeuge von Volvo herstellen. Doch nach der Insolvenz von Northvolt kämpft nun die alleinige Volvo-Tochter um ihr Überleben. Bis ein neuer Technologiepartner gefunden wird, steht der Betrieb still.
(Bild: Volvo)

Novo Energy entstand im Jahr 2021 als Gemeinschaftsunternehmen von Northvolt und Volvo. Nachdem Northvolt in Schieflage geriet und seinen Finanzierungsverpflichtungen nicht nachkommen konnte, übte Volvo sein Rückkaufsrecht aus und erwarb die Anteile des Joint Ventures komplett. Allerdings hatten die Insolvenz von Northvolt und die generelle schwierige Lage aufgrund einer schwächelnden E-Auto-Nachfrage und hohen Fertigungskosten Auswirkungen auf Novo Energy.

Volvo wollte bereits im vergangenen Jahr einen externen Technologiepartner finden. Dieser Prozess wird fortgesetzt. Bis jedoch ein neuer Partner gefunden ist, kann Novo Energy seine Geschäftstätigkeit nicht mehr wie ursprünglich geplant fortsetzen. Das heißt erneut Personalabbau. Man hat Entlassungen angekündigt, von denen alle Positionen im Unternehmen betroffen sind. Novo Energy hat die zuständigen Gewerkschaften informiert und Arbetsförmedlingen, die schwedische Arbeitsmarktaufsichtsbehörde, über insgesamt 75 Stellen informiert.

Unklar ist derzeit, wann die Batterieproduktion beginnen oder in welcher Organisationsstruktur das geschehen könnte. Oder ob es, wie böse Zungen behaupten, überhaupt weitergeht. Die fertige Fabrik sollte 3.000 neue Arbeitsplätze für die Region bringen. Ursprünglich sollten die Batterien ab 2026 in der Fabrik produziert werden. „Wir hatten die Hoffnung und den Glauben, dass sich alles zum Guten wenden würde, daher ist es wirklich schade. Auch für Göteborg und Westschweden ist es bedauerlich, dass dieser Teil der Geschichte nun endet“, zeigte sich Katarina Atterström, Abteilungsleiterin der Gewerkschaft Sveriges Ingenjörer wenig hoffnungsvoll.

Volvo will Zugriff auf Zellproduktion

Bis zum Jahr 2030 will Volvo mindestens 90 Prozent seiner Fahrzeuge als rein elektrische Modelle oder Plug-in-Hybrid anbieten. Um diesen hohen Grad an Elektrifizierung umzusetzen, bedarf es vieler Batterien, die das Unternehmen selbst in der Region Göteborg produzieren wollte und nach wie vor will. Der Hersteller sieht die Hochvolt-Batterie als eine viel zu wichtige Komponente an, um deren Forschung, Entwicklung und Herstellung fremden Händen zu überlassen und sich damit in starke Abhängigkeit zu begeben.

Personalabbau und Partnersuche

Das Unternehmen musste Kosten senken und Personal abbauen – wie andere Batterieunternehmen auch, wenn man an Customcells, BMZ, Varta oder Cellforce denkt, die zum Teil Insolvenz anmelden mussten. Bei Novo Energy mussten im Frühjahr des vergangenen Jahres 50 Prozent der Mitarbeiter gehen. „Trotz unserer größten Bemühungen, unser Geschäft zu sichern, und einer umfangreichen Suche nach einem geeigneten neuen Technologiepartner haben die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und Marktbedingungen es unmöglich gemacht, unsere Geschäftstätigkeit im derzeitigen Umfang aufrechtzuerhalten“, erklärte Adrian Clarke, Chief Executive Officer von Novo Energy im Mai 2025. „Dies war eine unglaublich schwere Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen wurde.“

(ID:50681354)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung