Bridgestone Wintertestzentrum für Reifen in Nordschweden
Der japanische Reifenhersteller Bridgestone hat seine Entwicklungskapazitäten in Europa weiter ausgebaut. Nun besitzt auch er ein eigenes Wintertestzentrum in Schweden.

In der Reifenindustrie ist die Abwanderung von Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten aus dem angeblich teuren Westeuropa kein Thema. Im Gegenteil – wer auf anspruchsvollen Reifenmärkten wie Deutschland oder Skandinavien erfolgreich sein will, muss seine Produkte auch hier entwickeln und testen. Das gilt besonders für Winterreifen.
Unternehmen wie Hankook oder Apollo, die noch vor wenigen Jahren kaum jemand außerhalb der Reifenbranche kannte, haben auf technischem Gebiet mit den etablierten Markenherstellern gleichgezogen. Oft haben sie auch schon Erstausrüstungsverträge mit deutschen OEMs abgeschlossen. Längst stellt Hankook einen großen Teil seiner Reifen für den europäischen Markt in der EU selbst her, und zwar in einem neuen Werk in Ungarn. Der indische Konkurrent Apollo, der unlängst die niederländische Traditionsmarke Vredestein übernommen haben, will nachziehen. Schon viel länger in Europa aktiv ist der japanische Bridgestone-Konzern. Auch er hat sein Entwicklungsengagement in jüngster Zeit deutlich verstärkt und ein neues Wintertestzentrum in Schweden in Betrieb genommen.
Das abgelegene Nordschweden mit seinen kalten Wintern hat sich in den letzten Jahren zum Mekka der Winterreifentester entwickelt. Kein Wunder: Das Gebiet ist nicht nur vergleichsweise schneesicher, sondern auch weiträumig und dünn besiedelt. Es bietet Platz für großzügige Testanlagen, auf denen Dienstleister für mehrere Monate im Jahr perfekte Bedingungen für ausgiebige Fahrversuche schaffen.
Seit 2009 betreibt auch der japanische Reifenhersteller Bridgestone dort eine Anlage für Wintertests, und zwar in Vidsel – knapp 100 Kilometer südlich des Polarkreises. Das Unternehmen hat den Pachtvertrag für diese Anlage kürzlich verlängert und zeigt damit, wie wichtig es das Winterreifensegment nimmt.
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