Leistungselektronik Wolfspeed entlässt CEO Gregg Lowe

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Wolfspeed entbindet CEO Gregg Lowe mit fast sofortiger Wirkung von allen seinen Ämtern. Interimsweise übernimmt Thomas Werner, Vorsitzender des Vorstands, als Executive Chairman.

Bei Wolfspeed kriselt es. Ein neuer CEO soll es richten.(Bild:  Wolfspeed)
Bei Wolfspeed kriselt es. Ein neuer CEO soll es richten.
(Bild: Wolfspeed)

Leistungshalbleiterspezialist Wolfspeed teilte am Montag mit, dass der Vorstand Gregg Lowe gebeten hat, noch im November 2024 als Präsident und CEO zurückzutreten. Interimsweise übernimmt Thomas Werner, Vorsitzender des Vorstands, als „Executive Chairman“.

Werner soll die weitere Umsetzung der Wolfspeed-Strategie in enger Abstimmung mit dem Führungskreis von Wolfspeed, dem Vorstand und den Betriebs- und Finanzausschüssen des Vorstands beaufsichtigen. Vorstandsmitglied Stacy Smith wurde zum „Lead Independent Director“ ernannt.

Aktienwert stark gefallen

Der Aktienwert von Wolfspeed ist in diesem Jahr bisher um etwa 85 Prozent gefallen und haben sich schlechter entwickelt als vorausgesagt. Das Unternehmen hatte Anfang November einen Quartalsumsatz prognostiziert, der unter den Schätzungen der Börsenanalysten. Außerdem hatte der Zulieferer mitgeteilt, gut 170 Millionen US-Dollar an Restrukturierungskosten für die geplante Schließung eines Werks aufzuwenden. 20 Prozent der Belegschaft sollen zudem entlassen werden.

Im Oktober hatten die Amerikaner ihre Pläne für den Bau einer SiC-Fabrik in Ensdorf im Saarland mit der Begründung aufgegeben, dass sich Elektroautos in Europa langsamer als erwartet durchsetzen würden.

Ist ein Verkauf eine Option?

Das Unternehmen hat jedoch nicht nur mit der sinkenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und mangelnden Aufträgen aus der Industrie und dem Energiesektor zu kämpfen. Die massiven Fertigungsprobleme in der US-Fab in Durham (North Carolina) dürften ihren Teil zum schlechten Ergebnis beigetragen haben.

In Anbetracht der schwachen Nachfrage, des bestehenden Restrukturierungsplans von Wolfspeed und der reduzierten Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2025 könne das neue Management nicht viel tun, um eine Kurserholung auszulösen. Es sei denn, es kommt zu einem vollständigen Verkauf, meinen die von Reuters zitierten Analysten von Charter Equity Research.

Entwicklung unter Lowe

Wolfspeed feuert CEO Gregg Lowe.(Bild:  Wolfspeed)
Wolfspeed feuert CEO Gregg Lowe.
(Bild: Wolfspeed)

Gregg Lowe kam im Jahr 2017 zu Cree, wie das Unternehmen vor der Ausgründung der Leistungshalbleiter-Sparte hieß. Unter anderem wurde damals die komplette LED-Sparte abgestoßen und Wolfspeed als Powerhouse ausgegliedert. Dies steht für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs bei E-Autos, für eine vernetzte Infrastruktur von Smart Citys sowie für Stromspeicher, die erneuerbare Energien breiter nutzbar machen.

Lowe sagt: „In den vergangenen sieben Jahren haben wir Wolfspeed in den einzigen reinen und vertikal integrierten Siliziumkarbid-Betreiber des Landes verwandelt. Auch wenn es noch viel zu tun gibt, bin ich zuversichtlich, dass Wolfspeed seine Prioritäten umsetzen und seine Führungsposition im Bereich Siliziumkarbid in den kommenden Jahren ausbauen wird.“

Über Thomas Werner

Thomas Werner ist seit März 2006 Mitglied des Board of Directors und seit Oktober 2023 Chairman des Board of Directors des Unternehmens. Seit Februar 2024 ist er Executive Chairman der Sunpower Corporation, einem börsennotierten Vermarkter von Solarzellen und Solarmodulen, und war von Februar 2024 bis August 2024 als Principal Executive Officer von Sunpower tätig.

Zuvor war Werner von Juni 2010 bis November 2021 Vorstandsvorsitzender von Sunpower und von Juni 2003 bis April 2021 Chief Executive Officer des Unternehmens.

Von Juli 2001 bis Juni 2003 war Werner Chief Executive Officer der Silicon Light Machines Corporation, einer Tochtergesellschaft für optische Lösungen der Cypress Semiconductor Corporation. Zuvor war er Vice President und General Manager der Business Connectivity Group der 3Com Corporation, einem Unternehmen für Netzwerklösungen.

Mit Material von Reuters

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