Zulieferer ZF-Management vereinbart Milliarden-Sparplan

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bei ZF wurden Sparmaßnahmen beschlossen, die in zwei Jahren einen Effekt von sechs Milliarden Euro haben sollen. Der Betriebsrat war offenbar nicht involviert.

Der obere Führungskreis bei ZF will in den kommenden beiden Jahren in Summe sechs Milliarden Euro sparen.(Bild:  ZF Friedrichshafen AG)
Der obere Führungskreis bei ZF will in den kommenden beiden Jahren in Summe sechs Milliarden Euro sparen.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Der hoch verschuldete Zulieferer ZF will mit weiteren Sparmaßnahmen seine Wettbewerbsfähigkeit steigern. Wie der „Südkurier“ berichtet, habe der Führungskreis des Unternehmens einen entsprechenden Plan verabschiedet. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte »Automobil Industrie« die genannte Summe von sechs Milliarden Euro. Um diesen Betrag sollen in diesem und im kommenden Jahr die Kosten gesenkt werden.

Der „Südkurier“ nennt die Bereiche, in denen ZF seine Ausgaben senken wolle:

  • neue Vertragsbedingungen mit den Zulieferern
  • die Produktivität der Werke steigern
  • Forschungs- und Entwicklungskosten senken
  • die Kostenstruktur in Zentralbereichen verbessern und
  • Ausgaben für Investitionen stärker hinterfragen

Betroffen seien die Pkw-Sparte und die Nutzfahrzeugbereiche. Der Betriebsrat sei von dem Sparplan überrascht worden. Man wolle die Maßnahmen prüfen und zunächst keinen Kommentar abgeben, teilte ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats der Nachrichtenagentur dpa mit.

Verkauf einer Division soll zusätzlich Geld bringen

Holger Klein zeigte sich bei einem Pressegespräch zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2023. Man liege im oberen Bereich der angepeilten Rendite, berichtet der „Südkurier“. ZF-Geschäftsführer Holger Klein rechne jedoch mit einem sehr harten Jahr 2024. Er erwarte deutlich rückläufige Auftragszahlen. Die nun angekündigten Sparmaßnahmen sollen das Ergebnis in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 absichern. Mittelfristig will Klein eine Rendite von mindestens sieben Prozent erreichen.

Zusätzliches Kapital soll der geplante Verkauf der Sicherheitstechnik-Sparte des Konzerns bringen. „Mitte des Jahres wären wir soweit für einen Investor oder für einen Börsengang“, zitiert dpa den ZF-CEO. Der Zulieferer hatte bereits im Herbst 2022 angekündigt, die Division „Passive Sicherheitstechnik“, die vor allem Sicherheitsgurte und Airbags fertigt, aus den Strukturen des Konzerns herauslösen und verkaufen zu wollen.

Einen konkreten Zeitpunkt für den Verkauf ließ Klein laut dpa aber offen: „Auf Biegen und Brechen wollen wir es nicht loswerden.“ Wenn ZF operativ so gut sei, um mit seinen Schulden umzugehen und diese zu reduzieren, dann habe man keinen Druck. Es sei aber die präferierte Lösung. Daher sei man in Gesprächen und beobachte den Kapitalmarkt.

Die hohe Schuldenlast von gut elf Milliarden Euro belastet die Bilanz von ZF zusätzlich. Die Zinslast im dreistelligen Millionenbereich fehle an anderer Stelle, heißt es. Vor allem die Zukäufe von TRW und Wabco wurden über externe Geldgeber finanziert.

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