Classic Cars

50 Jahre Ford Taunus 12 M

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Der frühe Sparkönig

Ein Sparkönig war der neue Taunus 12 M laut zeitgenössischen Testberichten auch in den laufenden Unterhaltskosten, entsprechend texteten die Ford-Werber: „Vor allem wirtschaftlich!“, „Der beste Fang des Jahres!“ und „Der preisgünstigste deutsche 1,5-Liter-Wagen“. Während der Verbrauch des Ford mit damals bescheidenen 7,5 Liter auf 100 Kilometer unter dem Konsum vieler Konkurrenten blieb, sollte der Taunus in den Langzeitqualitäten sogar den VW Käfer übertreffen. Den ultimativen Beweis dafür lieferte eine sogenannte Weltrekordfahrt zum Mond. Im Spätsommer 1963 war es soweit: Im südfranzösischen Miramas startete der Taunus 12 M zu einer Marathonfahrt, die exakt der Distanz zwischen Erde und Mond entsprach. Nach 142 Tagen und einer Distanz von 358.273 Kilometern erreichte der Ford das Ziel – als zerknitterter und durch Seile zusammengebundener Schrotthaufen, nachdem ein übermüdeter Fahrer das Auto aufs Dach gelegt hatte.

108 Weltrekorde und Bestleistungen

Dennoch kehrten die Kölner mit 108 Weltrekorden und internationalen Bestleistungen heim. Die Gesamtstrecke hatte der gerade einmal 29 kW/40 PS starke Wagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106,49 km/h absolviert. Ganz nebenbei sahen sich die Ford-Techniker in ihrer Entscheidung bestätigt, die Wartungsintervalle für den Langstreckenläufer auf die damals außergewöhnliche Distanz von 10.000 Kilometern auszuweiten.

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Erstmals Rostvorsorge

Auch gegen den in jener Zeit verbreiteten frühzeitigen Rost-Tod der Karosserie ergriff Ford erstmals effektive Vorsorgemaßnahmen. Als die Taunus-12-M-Produktion im Jahr 1963 in das neu errichtete belgische Werk Genk ausgelagert wurde, richtete Ford die erste europäische Anlage zur Elektrophorese-Lackierung ein. Eine Tauchbadlackierung, die die Rostschutz-Grundierung sogar in versteckte Karosseriewinkel schickte. Bestwerte anderer Art bot der sportliche Taunus 12 M TS, der Ende 1963 in Serie ging und 1965 zum Titelgewinner der deutschen Rallyemeisterschaft wurde. Die besonders gut ausgestatteten serienmäßigen TS-Limousinen und das 1964 folgende TS-Coupé mit 55- beziehungsweise 65-PS-Motor galten in der Fachpresse einstimmig als schnellste 1,5-Liter-Limousinen und Coupés mit Preisen unter 6.500 Mark.

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