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Historische Fahrzeuge

75 Jahre Opel Kapitän: Deutsches Wohlstandssymbol

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Krieg beendet die Karriere vorläufig

Nur am Anfang seiner Karriere konzentrierte sich der Kapitän mehr auf den Heimatmarkt. Mit den drei Karosserien zwei- und viertürige Limousine sowie Cabriolet wollte Opel-Vorstand Heinrich Nordhoff ab 1938 den bereits beachtlichen Erfolg des Kapitän-Vorgängers Opel Super 6 übertreffen. Allerdings beendete der Krieg nach nur zwei Jahren vorläufig die Karriere des Kapitän. Als 1948 die Produktionsbänder in Rüsselsheim nur für den Viertürer wieder anliefen, brachte Nordhoff bereits in Wolfsburg den Käfer auf Kurs. In dessen Kielwasser fuhr wenig später der Kapitän – auf Platz drei der deutschen Verkaufscharts.

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Der zweimillionste Opel

Natürlich wurde auch in den 1950er Jahren nicht alles Gold, was Opel mit dem Kapitän machte. Außer beim zweimillionsten Opel, der am 9. November 1956 mit vergoldeten Zierteilen vom Band rollte und die Kapitän-Serie vorläufig krönte. Ansonsten musste sich auch das Opel Flaggschiff bisweilen heftige Kritik gefallen lassen. Zunächst galt diese dem amerikanisch weich ausgelegten Fahrwerk, weshalb Opel zum Modelljahr 1951 eine geänderte Vorderradaufhängung nebst strafferer Abstimmung einführte. 1953 ersetzte eine modische Pontonform das inzwischen überlebte Vorkriegsdesign. Der Kühlergrill kündete mit amerikanischem „Dollargrin“ – vom deutschen Volksmund wegen einer auffälligen Chromspange allerdings Haifischmaul genannt – vom Einfluss aus Detroit.

Amerikanische Design-Modifikationen

Tatsächlich folgten nun typisch amerikanische, jährliche Designmodifikationen, die 1958 im Kapitän P 2,5 gipfelten. Die von GM vorgegebene Formensprache führte nun zu einer fünf- oder mit vorderer Mittelbank sechssitzigen Limousine mit sogenannter Panorama-Frontscheibe und ebenso weit um die Karosserie herumgezogenem Rückfenster. Problematisch waren die dadurch vor allem hinten zu schmal geratenen Einstiegsöffnungen. Nicht nur als Chauffeurlimousine enttäuschte dieser Kapitän seine Stammkundschaft so sehr, dass er bereits ein Jahr später durch den Kapitän P 2,6 mit repräsentativer 2,6-Liter-Maschine ersetzt wurde. Während Borgward mit seiner Oberklasselimousine P 100 im Jahr 1960 scheiterte, verlangte Mercedes für seine 3,0-Liter-S-Klasse-Kreuzer den dreifachen Betrag, den Opel für einen Kapitän berechnete.

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