Elektromobilität

Absatzmarkt für E-Autos stagniert

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Plug-in-Hybride sind viel zu teuer

Die als Zwischenschritt zur elektrischen Mobilität von der Industrie inzwischen angebotenen Plug-in-Hybride, die immerhin mit geringer elektrischer Reichweite einen großen Teil ihres täglichen Einsatzes per Strom bewältigen können, findet der Experte zu teuer: „Kein Mensch kauft sich wegen 30 oder 50 Kilometer elektrisch fahren ein 15.000 Euro teureres Auto“. Die Verkaufszahlen dieser Hybride liegen auf ähnlich schwachem Niveau wie die der rein batterieelektrischen Modelle. Dass Hybridtrendsetter Toyota zögert, zu entscheiden ob es vom neuen Prius wieder einen Plug-in-Hybriden geben wird, unterstreicht die Kritik.

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Trotzdem müht sich aktuell fast jeder Konzern, Plug-in-Hybride auf den Markt zu bringen. Mit theoretischen Verbrauchswerten unter zwei Litern würden sie natürlich helfen, die geforderten künftigen CO2-Werte einzuhalten. „Derzeit kann die CO2-Bilanz auch ohne Elektroauto erfüllt werden. Das Problem beginnt im Jahre 2022, wenn die CO2-Grenzwerte im Flottenverbrauch auf 95 Gramm CO2 gesenkt werden“, so das CAR-Institut. 95 Gramm CO2, das heißt ein Normverbrauch von 4,1 Litern Benzin oder 3,6 Litern Diesel im Schnitt über alle Autos einer Marke, die neu zugelassen werden. Ohne elektrische Unterstützung sind solche Zahlen nicht zu realisieren. Die könnte es ab 2018 aber geben. Dann nämlich kommt die nächste Generation von E-Autos auf den Markt, mit besseren Batterien und kürzeren Ladezeiten. Auf der IAA dieses Jahres haben Porsche und Audi Konzepte gezeigt, die 500 Kilometer Reichweite mit sehr kurzen Ladezeiten – kaum länger als ein normaler Tankvorgang – darstellen. Beide zeigen was geht und zielen dabei auch auf Tesla. Die Kalifornier sind bis dato die einzigen, deren Modelle hohe Reichweiten erzielen und schnell fahren können. Dass sich auch dort beides zusammen ausschließt, kommt in der Öffentlichkeit genauso wenig an, wie der Umstand, dass die hohen Reichweiten nur durch große und teurere Batterien möglich sind. Für die elektrische Massenmotorisierung taugen Autos, für die sechsstellige Beträge aufgerufen werden eher nicht.

Wiederverwendung alter Batterien

Bis 2018 ist noch Zeit, in die Ladeinfrastruktur zu investieren, mit kabellosem Induktionsladen und einem Stromnetz, dass 400-Volt und mehr bereitstellt. Ohne das dürfte schnelles Laden illusorisch bleiben. Bis dahin ist davon auszugehen, dass die Absatzzahlen von E-Autos, nicht nur in Deutschland, bestenfalls stagnieren. Daran werden auch die Facelifts von Nissan Leaf und BMW i3 nichts ändern, die jeweils wahlweise etwas mehr Reichweite bieten. Immerhin: die alten Batterien der ersten Generation können weiterverwendet werden. Wenn sie für ein Auto nicht mehr reichen, sind sie noch immer gute Puffer, um zum Beispiel den Strom, den die Solaranlage eines normalen Hauses produziert, zu speichern.

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