Standort ACC stoppt Bau von Batteriezellfabrik in Kaiserslautern

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Automotive Cells Company, ACC, hat den Bau ihrer Batteriezellfabrik in Kaiserslautern gestoppt. Das Unternehmen will aufgrund aktueller Entwicklungen seine Strategie anpassen.

Blick auf das Batteriezellwerk von ACC im französischen Nersac.(Bild:  ACC)
Blick auf das Batteriezellwerk von ACC im französischen Nersac.
(Bild: ACC)

Das Projekt der in Kaiserslautern geplanten Batteriezellfabrik ist ins Stocken geraten. Die Staatskanzlei in Mainz teilte am Dienstag (4. Juni) auf Anfrage mit, die Landesregierung sei am vergangenen Mittwoch von dem deutsch-französischen Batteriezellen-Hersteller ACC über die Unternehmensentscheidung informiert worden.

Demnach nehme ACC aufgrund aktueller technologischer Entwicklungen und einer veränderten Marktsituation in den kommenden Monaten eine Anpassung seiner Batterieliefer-Strategie vor. Die Landesregierung sei aber sehr zuversichtlich, dass die Fertigung in Kaiserslautern entstehe. Der Standort habe sich bewährt. Zuvor hatte die „Rheinpfalz“ darüber berichtet.

Die Zeitung zitierte den Generalsekretär von ACC, Matthieu Hubert, der von einer „Pause“ sprach. Der Markt für E-Autos entwickele sich langsamer als erwartet. Die europäischen Kunden seien noch nicht in hohem Maße bereit, auf ein neues E-Auto umzusteigen. Außerdem gebe es Hindernisse bei der Infrastruktur und hohe Materialpreise. „Bevor wir investieren, und wir sprechen von Milliarden, müssen wir die Frage beantworten, welche Art von Batteriezell-Technik der Markt erfordert“, sagte Hubert der Zeitung.

Entscheidung über Kaiserslautern bis Ende 2024

Demnach soll bis Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres entschieden werden, wie es in Kaiserslautern weitergeht. ACC ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Autokonzerne Mercedes-Benz, Stellantis und des Energiekonzerns Total Energies.

Das Projekt am Opel-Standort Kaiserslautern wird mit Steuergeld in Höhe von fast 440 Millionen Euro unterstützt. Im September 2021 hatten der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einen Förderbescheid überreicht. Entstehen sollen in Kaiserslautern nach früheren Angaben rund 2.000 Arbeitsplätze.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die Entscheidung von ACC als Warnsignal. „Die Politik hat mit der Strafzoll-Diskussion, dem Förderstopp für E-Fahrzeuge und dem Gesundbeten der Verbrenner die Kunden zutiefst verunsichert“, sagte der Direktor des privaten CAR-Instituts. Wenn nun der Bau einer solch wichtigen Batterie-Fabrik verzögert werde, werde China seinen Vorsprung in der Produktion nur vergrößern. „So werden Arbeitsplätze aus Europa nach China exportiert.“

Svolt siedelt sich nicht in der Lausitz an

Vor einer Woche hatte der chinesische Batteriehersteller Svolt mitgeteilt, doch keine Produktion für Batteriezellen im brandenburgischen Lauchhammer aufzunehmen. Das Unternehmen wollte die Infrastruktur des ehemaligen Windradherstellers Vestas nutzen, rund 1.100 Jobs sollten entstehen. Unsicherheiten im Automobilmarkt, teils drastische Strategieanpassungen bei Autoherstellern und ein weggefallenes Kundenprojekt sind laut des Unternehmens die Gründe dafür.

Der Süddeutsche Rundfunk bezieht sich auf Svolt und berichtet, der Grund für die neue Europastrategie des Unternehmens sei ein umfangreicher Vertrag, von dem sich BMW zurückgezogen habe. Er habe laut Branchenkreisen ein Volumen von rund 13 Milliarden US-Dollar, rund zwölf Milliarden Euro, über mehrere Jahre.

BMW habe sich zurückgezogen, weil Svolt die vorgeschriebenen Lieferzeitpunkte wohl nicht einhalten konnte. BMW äußerte sich laut des SR auf eine Anfrage nicht dazu.

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