Automatisiertes Fahren Automatismen im Auto: Britischer Forschergeist
Bei einer Veranstaltung im hauseigenen Test- und Entwicklungszentrum von Jaguar Land Rover in Gaydon, gewährte das Unternehmen tiefe Einblicke in die Pläne und Visionen für zukünftige Sport-, Luxus- und Geländewagen.
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Es gibt Visionen vom autonomen Fahren, bei denen es passionierte Autofahrer heiß und kalt durchrieselt. Vom rollenden Wohnzimmer bis hin zum lenkradfreien Google-Mobil reichen die Vorschläge, mit denen der Fahrer zum Gefahrenen gemacht werden soll. Da ist es erfrischend, wenn ein Premium-Hersteller wie Jaguar Land Rover seine Technik unter eine höchst sympathische Prämisse stellt – nämlich die Fahrfreude. Entwicklungschef Wolfgang Epple formuliert es so: „Es wird kein fahrerloses Auto geben. Wir werden keinen Roboter bauen, der Menschen von A nach B liefert.“ Dieser Ansatz bedeutet nicht, dass sich die Briten – bei denen übrigens auffallend viele deutsche Entwickler arbeiten – technisch im Rückstand befinden.
Sensorüberwachung
Jaguar und Land Rover wollen dem Fahrer das Lenkrad überlassen, ihm aber Hilfestellung in komplexen Fahrsituationen geben – und ihn überwachen, um Müdigkeit und Ablenkungen frühzeitig zu detektieren. Das nimmt teils ungewöhnliche Ausprägungen an: Ein Jaguar-XJ-Prototyp ist mit Sensoren ausgerüstet, die Herz- und Atemfrequenz des Fahrers erfassen. Und der Hersteller arbeitet sogar an einem System, das die Hirnströme misst und bewertet; das kann in Zukunft über Sensoren am Lenkrad geschehen.
Haptische Rückmeldung
In Gaydon arbeitet man auch daran, die Gestensteuerung von Fahrzeug und Telematiksystemen zu verbessern. Der Fahrer soll möglichst wenig abgelenkt werden. Ein Ansatz dazu: Das Auto bewertet, welche Eingaben einen hohe Wahrscheinlichkeit besitzen – und passt den Bildschirm an, um entsprechend die Treffsicherheit zu erhöhen. Die haptische Rückmeldung kann über ein präzise gesetztes Ultraschall-Signal erfolgen; das Gefühl dabei erinnert an das Drücken eines Knopfes. Auch das Gaspedal kann Signale geben. Bei anderen Herstellern gibt es so etwas zwar bereits in Serie, doch Jaguar Land Rover arbeitet an zusätzlichen Varianten – von Pochen und Pulsieren über anschwellenden Gegendruck bis zu einer durchgängigen Verhärtung, beispielsweise auf Straßen mit Tempolimit.
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