Anbieter zum Thema
„Clean Production“
Werkleiter Hermann Bohrer sprach stolz von der „clean production“, die der integrierte Lackierprozess ermögliche: Im Vergleich zur bestehenden Lackieranlage werde mit dem Neubau der Erdgasverbrauch und Abgasemissionen um jeweils 48 Prozent, der Stromverbrauch um 27 Prozent und die Abluftmenge um 66 Prozent reduziert. Die VOC-Emissionen (Volatile Organic Compounds), also die flüchtigen organischen Verbindungen, sinken um 35 Prozent. „Hocheffiziente Trockenabscheidungsprozesse erlauben es, bei der Abluftreinigung zu 90 Prozent mit Umluft zu arbeiten“, erklärt Projektleiter Camus. „Dieser technologische Fortschritt ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes“, betonte Bohrer.
IPP: Der Füller entfällt
Beim integrierten Lackierungsprozess entfällt im Vergleich zum bisherigen Verfahren der Prozessschritt zum Auftragen und Einbrennen der Füllerschicht komplett. Die Füllerfunktion wird in eine der zwei Basislackschichten verlagert. Bei der „Nass-in-Nass-Applikation“ der beiden Schichten übernimmt die erste sämtliche Funktionen und Eigenschaften der Füllergrundierung. Die zweite Basislackschicht stellt die optischen Eigenschaften wie Farbe, Effekt und Tiefenwirkung sicher. Die Basislackierung wird, wie bisher auch, mit Klarlack überzogen.

700 Millionen Euro für München
Der Neubau der Lackiererei ist ein Bestandteil eines umfangreichen Investitionsprogramms, im Rahmen dessen BMW innerhalb der kommenden vier Jahre rund 700 Millionen Euro in das Münchner Stammwerk mit aktuell rund 7.700 Mitarbeitern investieren wird. Zum Vergleich: Für das neue Werk in Mexiko investiert BMW in etwa die gleiche Summe. Bereits begonnen wurden die sehr umfangreichen Arbeiten zur Erweiterung des Karosseriebaus. In einer zweiten Baustufe, nach 2020, wird für rund 300 Millionen Euro auch eine neue Montage entstehen. Dies bestätigte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Manfred Schoch anlässlich der Grundsteinlegung für die neue Lackiererei.
(ID:43354587)