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Neue Modelle Borgward-Marktstart mit E-Commerce und ATU

| Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Sven Prawitz

Ab sofort können Kunden die ersten Fahrzeuge des wiederbelebten Fabrikats online bestellen. Borgward-Autohäuser gibt es nicht, den Service und die Ersatzteilversorgung übernimmt die Werkstattkette ATU.

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Ab sofort ist der Borgward BX7 TS in Deutschland verfügbar.
Ab sofort ist der Borgward BX7 TS in Deutschland verfügbar.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Die wiederbelebte Marke Borgward ist in Deutschland jetzt offiziell auf dem Markt. Kunden können ab sofort eine limitierte Edition des Borgward BX7 TS für 44.200 Euro bestellen. Die angekündigte Vertriebskooperation mit Sixt Neuwagen läuft allerdings noch nicht. Die Auslieferung der Fahrzeuge will Borgward selbst übernehmen. „Wir sind weiterhin in Gesprächen mit Sixt“, sagte Gerald Lautenschläger, Executive Director European Operations bei Borgward, am Montag (25. Juni) bei der Vorstellung des BX7 TS in Stuttgart.

Borgward setzt grundsätzlich auf den Online-Vertrieb – auch wenn den Verantwortlichen bewusst ist, dass es spätestens in der Kaufphase ohne Kontakt zum Kunden nicht funktioniert. „Es geht nicht ohne Stützpunkte“, sagte Tom Anliker, Senior Vice President Marketing, Sales & Service bei Borgward.

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Erstes Brandcenter in Stuttgart

Den Kundenkontakt sollen zunächst sogenannte Brandcenter in deutschen Metropolen übernehmen, wo Interessenten die Autos auch probe fahren können. Das Erste hat soeben in der Stuttgarter Innenstadt eröffnet – unweit der Borgward-Zentrale und des Hauptbahnhofs. Es ist aber noch nicht fertig: Borgward betreibt es aktuell als Pop-up-Konzept auf der Baustelle des Standorts, der ab September offiziell an den Start gehen soll. Weitere Standorte stehen aktuell noch nicht fest.

Für den Service arbeitet Borgward mit ATU zusammen. Borgward-Fahrzeuge können ab sofort in allen knapp 580 Filialen der Werkstattkette gewartet und repariert werden. Für kompliziertere Reparaturen richtet ATU 30 auf Borgward spezialisierte Servicestationen ein. Zudem soll es acht technische Kompetenzzentren geben. Dort sollen Ersatzfahrzeuge stationiert sein, die Kunden im Pannenfall über so genannte Flying Doctors erhalten. „Mittelfristig denken wir auch über einen Hol- und Bring-Service nach“, sagte Andreas Schmidt, Geschäftsführer Service und Technik bei ATU. Die Werkstattkette übernimmt für Borgward zudem die Ersatzteilversorgung, eine Kundenservice-Hotline sowie in Zusammenarbeit mit dem ADAC die europaweite Mobilitätsgarantie.

Klassische Handelsstützpunkte sind denkbar

„Wir versprechen uns eine höhere Flexibilität durch die Trennung von Verkauf und Service“, sagte Anliker. „Wir können uns aber vorstellen, auch den traditionellen Handel in Zukunft mit einzubinden.“ Es habe bereits Bewerbungen von Autohändlern gegeben, ergänzte Gerald Lautenschläger. Künftige Partner müssten aber für neue Formen der Zusammenarbeit offen sein. Auch Roadshow-Konzepte zur Kundenansprache sind für Borgward denkbar.

Am kommenden Wochenende hat der Hersteller erste Interessenten zu einem VIP-Event ins Brandcenter nach Stuttgart eingeladen. Die ersten Fahrzeuge sind jedoch schon auf der Straße. Neben Christian Borgward, Enkel des Firmengründers und Aufsichtsratschef der Borgward AG, haben bereits Mitglieder von Borgward-Markenclubs Fahrzeuge erhalten. Geplante Verkaufszahlen nennen die Borgward-Verantwortlichen nicht.

Neben Deutschland will der OEM in diesem Jahr auch in Luxemburg und Island an den Start gehen. 2019 sollen Österreich, die Schweiz, Skandinavien und das Baltikum folgen. Für 2020 ist der Marktstart in Portugal, Spanien, Italien und Frankreich geplant.

Mehrere Modelle in der Pipeline

Nach dem BX7 TS Limited Edition, der nur die Abgas-Norm Euro 6b erfüllt, soll im September der reguläre BX7 TS an den Start gehen, der dann die Norm Euro 6d Temp erfüllt. Noch im Herbst soll der kleinere BX5 folgen, Anfang 2019 das SUV-Coupé BX6. Im zweiten Halbjahr will Borgward das Elektromodell BXi7 in Deutschland auf den Markt bringen.

Das soll mittelfristig auch in einem CKD-Werk in Bremen gebaut werden. Dort gibt es allerdings Verzögerungen. „Auslandsinvestitionen ab einem gewissen Volumen müssen in China genehmigt werden. In diesem Prozess steckt unser Investor noch“, erläuterte Tom Anliker. Der aktuelle Zollstreit mit den USA habe die Situation noch verschärft. Borgward hält aber an den Plänen fest, ein Werk in Bremen zu errichten.

Bisher über 100.000 Fahrzeuge verkauft

Die Marke hatte 2015 ihr Comeback gestartet. Mitte des vergangenen Jahres hatte Borgward mit dem Vertrieb in China begonnen. Inzwischen ist das Fabrikat auf weiteren Märkten in Südostasien, dem Nahen Osten und Südamerika aktiv. Bislang hat Borgward nach eigenen Angaben rund 100.000 Fahrzeuge weltweit verkauft.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«