Automarkt Brasilien Finanzspritze vom Staat

Von Tina Rumpelt 6 min Lesedauer

Brasiliens Automarkt hat das Vor-Pandemie-Niveau noch nicht wieder erreicht. Ein „grünes“ Förderprogramm soll nun die Autoindustrie stärken. Die internationalen OEMs springen darauf an. Billig wird’s nicht.

Mit einer Produktoffensive will Volkswagen do Brasil bis 2027 um 40 Prozent wachsen.(Bild:  Volkswagen AG)
Mit einer Produktoffensive will Volkswagen do Brasil bis 2027 um 40 Prozent wachsen.
(Bild: Volkswagen AG)

Brasilien lockt mit einer fetten Finanzspritze: Mit umgerechnet 3,8 Milliarden US-Dollar will die Regierung die lokale Autoindustrie stärken. „Mover“, kurz für „Mobilidade Verde e Inovação“, heißt das Ende 2023 beschlossene und im Juni 2024 gestartete Programm. „Mover fördert durch unterschiedliche Steueranreize Investitionen in neue Technologien und erhöht die Dekarbonisierungs-Anforderungen für die brasilianische Fahrzeugproduktion“, berichtet GTAI Germany Trade & Invest in einem aktuellen Länderreport. Außerdem setze es Anreize für die Produktion und Beschäftigung vor Ort.

Wie auch schon mit den Vorgängerprogrammen „InovAuto“ und „Rota2030“ strebt Brasilien mit „Mover“ bis 2030 die Halbierung der CO2-Emissionen bei Neuwagen an. Dafür werden im Rahmen des Programms neue Emissionsmessungen eingeführt. Seit 2025 gilt „Source-to-Wheel“, also die Erfassung des kompletten Energiezyklus von der Gewinnung des Kraftstoffs bis zu seiner Verwendung im Fahrzeugmotor. 2027 folgt die Verschärfung zu „Cradle-to-Grave“, heißt: der CO2-Fußabdruck aller Komponenten und aller Phasen der Produktion, des Betriebs und der Entsorgung des Fahrzeugs bei der Emissionsbestimmung wird berücksichtigt.