BYD lässt mit dem Yangwang U9 ein über 1.300 PS starkes Elektro-Hypercar auf die Sportwagen-Konkurrenz los. Ein Fahrt auf der Hausstrecke in Zhengzhou vermittelt einen Hauch des Potenzials.
Yangwang leistet sich ein eigenes Hypercar.
(Bild: Yangwang)
Pures Adrenalin. Das ist es, was ein Auto mit vier Elektromotoren und insgesamt 960 kW (1.305 PS) verspricht. Mit seinen technischen Daten ist der Yangwang U9 ein Ass in jedem Autoquartett: 0-100 km/h in 2,36 Sekunden, Spitze 391,94 km/h. Yangwang, die Edelmarke des chinesischen Autogiganten BYD, meint es ernst. Das Datenblatt des Elektro-Hypercars ist keine einfache Tabelle, es ist eine Kampfansage – an Rimac, Porsche, Lotus und Co. Auf dem BYD-Testgelände in Zhengzhou, erst im August eröffnet, dürfen wir den Über-Sportler erstmals fahren.
Der U9 sieht aus, als wäre er aus einem futuristischen Rennspiel direkt auf den Asphalt gebeamt worden. Die Front: eine pfeilförmig spitze Flunder. Dominiert von gigantischen, C-förmigen „Star Headlights“, die sich wie Zornesfalten in die Karosserie einfügen. Die Proportionen – 4,97 Meter lang, über zwei Meter breit, aber nur 1,31 Meter flach – flößen Fahrer und Konkurrenten Respekt ein. Dazu: Schmetterlingstüren, die sich imposant nach oben öffnen. Das Heck ist ein einziger Exzess aus Carbonteilen, durchquert von einer durchgehenden Lichtleiste, einer aktiven Finne und einem Diffusor, in dessen Auslässen sich locker der Inhalt eines ganzen Schuhschrankes verstauen ließe.
Ein Cockpit wie eine Kampfjet-Kommandozentrale
Rein ins Cockpit. Es umgibt die beiden Insassen wie eine Kanzel, eine Kampfjet-Kommandozentrale. Kein Schnickschnack, alles ist auf den tiefsitzenden Fahrer fokussiert. Das unten abgeflachte Lenkrad liegt satt in der Hand. Die Sitze sind Halbschalen und überraschend bequem. Hinter dem Lenkrad thront ein schmales Display, um die wichtigsten Armaturen darzustellen. Wie eine Stütze ragt die Mittelkonsole von vorn zwischen Fahrer und Beifahrer. Klar und schlicht sind darauf die wichtigsten Bedienelemente angeordnet.
Die Strecke selbst: ein 1,758 Kilometer kurzer Rundkurs mit nur neun Kurven. Er ist Teil des brandneuen BYD-Testgeländes, das auch Driftzonen, einen Geländeparcours, eine nachgebaute Düne und sogar ein 70 Meter langes Wasserbecken umfasst. Der enge Handling-Kurs ist jedoch ein Witz für ein Auto, das auf gewaltigen Walzen rollt: 275/35 R21 vorn und 325/30 R21 hinten.
Der U9 will losmarschieren. Er giert, er zerrt förmlich an einem unsichtbaren Zügel. Doch er darf nicht. „Brake, brake!“, gestikuliert der Aufpasser auf dem Beifahrersitz wild, obwohl der mit Pylonen gekennzeichnete Bremspunkt absurd früh gesetzt ist. Wir rollen auf die erste Kurve zu, vielleicht mit 70 km/h. Es ist demütigend. Nicht für den Fahrer, sondern für das Auto. Eine Maschine, gebaut um die Physik zu verzerren – und wir müssen sie behandeln wie einen Fahrschul-Golf in der 30er-Zone. Überall Pylonen. Warnkegel, die vor Übermut schützen sollen. Zwei Runden soll die Testfahrt dauern. Das war's.
Das DiSus-X getaufte Fahrwerk soll das Alleinstellungsmerkmal des elektrischen Supersportwagens sein. Eine „magische Federung“, mit der Yangwang auf Messen prahlt. Mit einem aktiven Dämpfersystem, das den U9 tanzen, auf drei Rädern fahren und einige Zentimeter hochspringen lässt. Eine komplexe, voll aktive Steuerung von Hydraulik und Luftfederung, die Wanken, Nicken und Gieren in Echtzeit an allen vier Rädern individuell bekämpfen soll. Was spüre ich davon? Nichts. Im Bummeltempo ist es einfach nur... komfortabel. Straff, aber nicht bretthart. Sein wahres Können, die Fähigkeit, die 2.475 Kilogramm Leergewicht in der Kurve zu neutralisieren? Keine Chance für eine Probe aufs Exempel. Es ist, als würde man einen Quantencomputer nur zum E-Mails-Checken nutzen.
Zweite Runde. Start-Ziel-Gerade. Jetzt! Einmal darf ich das Fahrpedal voll durchtreten. Und die Umgebung scheint zu zerreißen. Es ist nicht nur ein Tritt ins Kreuz. Es ist ein sofortiger, brutaler, fast geräuschloser Sprung in eine andere Dimension. 1.680 Newtonmeter Drehmoment und über 1.300 PS schieben über alle vier Räder vehement an. Mein Mageninhalt sortiert sich neu. Dann, sofort, wieder der aufgeregte Aufruf zum Ankerwerfen vom Beifahrersitz. Der Wahnsinn ist vorbei, bevor er richtig begonnen hat.
Rekorde: Geschwindigkeit und Nordschleife
Was der U9 wirklich bezwecken soll, zeigt eine noch extremere, auf 30 Stück limitierte Version: der Yangwang U9 Xtreme. Mit über 3.000 PS und 1.200-Volt-Technik stellte BYD damit in diesem Jahr zunächst auf dem Oval des ATP-Testgeländes im norddeutschen Papenburg einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für Elektroautos auf: 496,22 km/h. Das ist schneller als die Magnetschwebebahn in Schanghai. Und auf der Nürburgring-Nordschleife brannte der Über-U9 kürzlich eine Rundenzeit von 6:59,157 Minuten in den Asphalt – neuer Rekord für elektrische Supersportwagen.
Stand: 08.12.2025
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Zurück in der Boxengasse. Aussteigen aus diesem technischen Wunderwerk, diesem Rekord-Monster mit seiner 80-Kilowattstunden-Blade-Batterie und 500-Kilowatt-Ladeleistung. Der Yangwang U9 ist ein Statement, eine Macht-Demonstration des chinesischen Herstellers. Auch, wenn unsere Testfahrt nur ein Schaufensterbummel war. Einer, bei dem die Juwelen hinter Panzerglas blieben, ist die Botschaft des Supersportwagens klar: BYD pulverisiert im Handumdrehen nicht nur Rekorde, sondern auch den jahrzehntelange Erfahrungsvorsprung etablierter Autohersteller. Egal, in welchem Fahrzeugsegment.
Größere Stückzahlen planen die Chinesen vom U9 sowieso nicht: Ein paar wenige Exemplare könnten es 2026 nach Europa schaffen. Denn bereits jetzt ist auf dem Heimatmarkt in China die Nachfrage höher als das Produktionsvolumen des U9.