Mit „Mehrwert für alle Seiten“ hatte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius am Freitagmorgen vor Aktionären für die geplante Aufspaltung des Autokonzerns in Mercedes-Benz und Daimler Truck geworben. Die Entscheidung fiel schließlich in seinem Sinne aus.
Mercedes Actros
(Bild: Daimler Truck)
Aktionäre von Daimler haben fast einstimmig die Aufspaltung in zwei unabhängige Unternehmen für Autos und Nutzfahrzeuge gebilligt. Es gab dazu 99,9 Prozent Ja-Stimmen, wie Aufsichtsratschef Bernd Pischetsrieder am Freitag zum Abschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung mitteilte. „Heute ist ein historischer Tag“, sagte der Chef von Daimler Truck, Martin Daum.
Im Kern geht es darum, das große Geschäft für Lkw und Busse aus dem Konzern herauszulösen und bis Weihnachten an die Börse zu bringen. Geplant ist eine Notierung des bald unabhängigen Nutzfahrzeugherstellers im wichtigen Börsenindex Dax. Anteilseigner von Daimler sollen durch zusätzliche Aktien an Daimler Truck beteiligt werden.
Autos und Lastwagen kommen bei Daimler bisher aus einem Haus. Das Lkw-Geschäft bei Daimler hat auch eine lange Tradition und blickt auf Wurzeln im 19. Jahrhundert zurück. Es stand lange im Schatten des größeren und prestigeträchtigeren Autogeschäfts. Daimler Truck sieht sich bei Nutzfahrzeugen als Weltmarktführer und hat über 100.000 Mitarbeiter.
Mit der Trennung unter dem Codenamen „Fokus“ solle „Mehrwert für alle Seiten“ geschaffen werden, sagte Vorstandschef Ola Källenius. Beide Unternehmen sollten stärker und wettbewerbsfähiger werden. „Wir sichern bestehende Arbeitsplätze - und schaffen neue.“ Das Autogeschäft unterscheide sich grundlegend von der Lkw-Sparte.
Mit Blick auf den Übergang vom Verbrennermotor zu neuen Antrieben fügte der Daimler-Chef hinzu: „Bei Pkw steht die Batterie im Mittelpunkt. Bei Trucks spielt auch die Brennstoffzelle eine wichtige Rolle.“ Die gesamte Branche steht wegen milliardenschwerer Investitionen in E-Autos und selbststeuernde Fahrzeuge vor Risiken und riesigen Herausforderungen. Andere Unternehmen gehen den Weg des Zusammenschlusses - so führt der europäische Stellantis-Konzern 14 Automarken, darunter Peugeot, Fiat oder Opel.
Einmalkosten in Höhe von 700 Millionen Euro
Die Aufspaltung Daimlers werde mit rund 700 Millionen Euro zu Buche schlagen, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm. Diese Einmalkosten beträfen unter anderem die Teilung und den Aufbau des Finanzdienstleistungsgeschäfts. Zudem werden bei Daimler Truck höhere laufende Kosten erwartet, die zu Beginn mit rund 250 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt werden. Der frühere Siemens-Chef Joe Kaeser soll Chef-Aufseher bei Daimler Truck werden.
Die Nachfrage nach Fahrzeugen sei hervorragend, resümierte Källenius. Wegen der Knappheit bei elektronischen Bauteilen könnten aber nicht alle Kunden pünktlich bedient werden. Der Mangel treffe die gesamte Industrie. „Wir arbeiten mit unseren Partnern daran, die Lage zu normalisieren. Aber auch nächstes Jahr wird der Halbleitermangel noch spürbar sein.“
Fragen gab es bei dem Online-Treffen unter anderem zu möglichen Übernahmeversuchen in der Zukunft. Truck-Chef Daum sagte, es würden zwei starke Unternehmen entstehen. Die Minderheitsbeteiligung von Daimler an der Daimler Truck Holding in Höhe von 35 Prozent biete zudem einen Schutz von unerwünschter Einflussnahme. Unter Experten gibt es Befürchtungen, wonach das künftig einzeln geführte Pkw-Geschäft anfälliger für Übernahmeversuche werden könnte.
Mercedes-Benz sei im Vergleich zu einigen Konkurrenten ein vergleichsweise kleiner Hersteller. Källenius verfolgt die Strategie, Mercedes-Benz als Luxusmarke zu führen. Eine Garantie, wonach die Ziele der Trennung alle vollständig erreicht werden, gibt es nach seinen Worten nicht.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Daimler AG verschwindet
Die Sparte für Autos und Vans soll künftig als Mercedes-Benz Group AG geführt werden. Der Name Daimler AG für die bisherige Dachgesellschaft wird Anfang kommenden Jahres ganz verschwinden. Die Aktionäre billigten auch diese Umfirmierung.
Der Markenname Mercedes-Benz und der Stern können von Daimler Truck weiter genutzt werden. Dazu gibt es eine Lizenzvereinbarung, wie das Topmanagement berichtete. Eine knappe Woche nach der Bundestagswahl äußerte sich der aus Schweden stammende Källenius auch zur Politik. „Wir brauchen effektiven Klimaschutz und eine starke Wirtschaft - ein Signal des Aufbruchs“, forderte er. Eine Präferenz für eine bestimmte Koalition in Berlin äußerte er nicht.