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ae group Druckguss-Spezialist insolvent

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die ae group mit 1.400 Beschäftigten ist finanziell ins Trudeln geraten und hat Insolvenzantrag gestellt. Der Alu-Druckguss-Spezialist solle über ein Insolvenzplanverfahren bis Ende August saniert werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Andrew Seidl am Freitag. Der Geschäftsbetrieb gehe jedoch weiter, Verträge würden eingehalten.

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Die ae group mit Hauptsitz im thüringischen Gerstungen ist auf Aluminium-Druckgussteile wie Motorblöcke oder Achsgehäuse für die Automobilindustrie spezialisiert. Ein Überdauern der Krise mit Kurzarbeit oder teilweisen Werksschließungen sei angesichts der angespannten Finanzlage nicht möglich gewesen. Deshalb sei die Streichung von 400 Arbeitsplätzen und Werksschließungen unerlässlich, so Seidl weiter.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Erfurt der Anwalt Rolf Rombach eingesetzt. Geplant sei, dass die ae-Geschäftsleitung mit dem vom Gericht bestellten Sachwalter die Restrukturierung selbst organisiert, sagte Seidl.

Umsatz wird sich fast halbieren

Er geht davon aus, dass sich der ursprünglich für 2009 geplante Umsatz von etwa 180 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro fast halbiert. „Wir müssen die Struktur des Unternehmens ändern.“ Hauptsitz bleibe jedoch Gerstungen an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen. In der Region um Gerstungen einschließlich dem hessischen Nentershausen beschäftigt das Unternehmen etwa 600 Arbeitnehmer.

Weitere Betriebsstätten sind in Selmsdorf in Mecklenburg-Vorpommern, Schortens (Niedersachsen) sowie in Polen und den USA. Das Werk in den USA, das vor etwa zwei Jahren errichtet wurde und vor allem die Opel-Mutter General Motors (GM) beliefern sollte, werde im Mai geschlossen. GM habe die Bestellungen storniert.

Hauptgesellschafter der ae sind nach Unternehmensangaben Beteiligungsgesellschaften der Commerzbank, der IKB und der DKB.

dpa

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