Euro 7 Wie wird der Bremsenabrieb ausgebremst?

Von Hartmut Hammer 4 min Lesedauer

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Mit einem breit gefächerten Technik- und Prozessbaukasten will die Branche die Euro-7-Vorgaben erfüllen. Wie die Grenzwerte für Bremspartikel aber unterboten werden, steht noch in den Sternen.

Bremsscheiben sollen weniger Staubpartikel erzeugen. Dafür müssen neue Oberflächentechniken entwickelt werden.(Bild:  Porsche)
Bremsscheiben sollen weniger Staubpartikel erzeugen. Dafür müssen neue Oberflächentechniken entwickelt werden.
(Bild: Porsche)

Mit der Euro-7-Emissionsgesetzgebung wird die Europäische Union erstmals Grenzwerte für nicht-abgasbezogene Partikelemissionen festlegen. Denn nur etwa 15 Prozent der Partikelemissionen im Verkehr stammen aus Verbrennungsmotoren, die restlichen 85 Prozent im Wesentlichen aus Bremsverschleiß, Reifen- und Fahrbahnabrieb. Allein in Deutschland sollen nach Angaben des ADAC jährlich etwa 8.000 Tonnen Bremsstaub freigesetzt werden. Im Fokus der Gesundheits- und Verkehrsexperten stehen Partikelgrößen kleiner zehn Mikrometer (PM10). Diese Feinstaubpartikel sind lungengängig und können Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Ultrafeine Partikel (PM2,5) gelten als krebsauslösend.

Die EU hat in der im Frühsommer 2024 veröffentlichten Euro-7-Verordnung deshalb für den Bremsenabrieb PM10-Grenzwerte von 3 mg/km für rein elektrische Pkw definiert sowie 7 mg/km für Pkw mit Verbrennungsmotor. Für Nutzfahrzeuge sind 5 mg/km bei elektrischem Antrieb im Gespräch sowie 11 mg/kg für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die Regelung wird für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle ab Ende November 2026 gelten, für alle neu zugelassenen Pkw dann genau ein Jahr später. Die korrespondierenden Starttermine für Nutzfahrzeuge sind für 2028 bzw. 2029 ins Auge gefasst.