Umfrage Die Sorgen der Zulieferer nehmen zu

Von Lina Demmel 2 min Lesedauer

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Die Halbjahresumfrage von Clepa und McKinsey ergab eine hohe Unsicherheit unter Europas Autozulieferern. Der Nachfragerückgang bei der E-Mobilität ist nur ein Problem.

Große Unsicherheiten tragen zur Verschlechterung des Geschäftsklimas bei den europäischen Automobilzulieferern bei.(Bild:  Mercedes-Benz)
Große Unsicherheiten tragen zur Verschlechterung des Geschäftsklimas bei den europäischen Automobilzulieferern bei.
(Bild: Mercedes-Benz)

Der europäische Zuliefererverband Clepa und die Beratung McKinsey stellen in ihrer halbjährlichen Umfrage die neuesten Erkenntnisse über den Zustand und die Stimmung in der europäischen Automobilzulieferindustrie vor. Mit über 130 Antworten gibt die Umfrage ein gutes Stimmungsbild wider – zum Geschäftsklima, zu Trends sowie aktuellen Herausforderungen und Chancen in der Branche.

Die hohe Unsicherheit in Bezug auf neue Projekte und die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa sowie der massive Druck der OEMs und die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der EU tragen zur Verschlechterung des Geschäftsklimas bei. Infolgedessen rechnen 25 Prozent der Zulieferer mit einer marginalen oder negativen Rentabilität, während nur 37 Prozent eine Rentabilität von über fünf Prozent erwarten. 47 Prozent erwarten 2024 einen Anstieg ihrer Umsätze, 31 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

Hauptsorge: Marktentwicklung der E-Autos

„Vielen Zulieferern ist es während Corona nicht gelungen, ihre Kostenbasis strukturell zu verbessern, weshalb sie jetzt vor großen Herausforderungen stehen“, erklärt Lukas Michor, Co-Leiter der EMEA-Zuliefererpraxis von McKinsey. Die große Unsicherheit in Bezug auf die künftige Marktentwicklung der E-Fahrzeuge sei die Hauptsorge.

Ferner sehen sich die Zulieferer mit harten Preisverhandlungen seitens der OEMs konfrontiert. 74 Prozent nannten unzureichende Ausgleichszahlungen als dringlichste operative Herausforderung, gefolgt von Nachfragerückgang (52 Prozent), Unterbrechungen in der Lieferkette (24 Prozent) und Abwanderung der Zulieferer in andere Branchen (20 Prozent). Dementsprechend räumen 70 Prozent der Befragten Neuverhandlungen mit den OEMs hohe Priorität ein, um inflationäre Kostensteigerungen auszugleichen.

Abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der EU

Außerdem beklagen 54 Prozent der Befragten die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der EU aufgrund hoher Produktionskosten sowie die schnellere Einführung von Technologien in anderen Regionen (39 Prozent). Aber auch in China deuten die Prognosen auf ein bescheidenes Geschäftswachstum hin: Nur 31 Prozent der Unternehmen erwarten einen wesentlichen Anteil des künftigen Geschäfts aus diesem Markt.

58 Prozent der Befragten sehen in der Optimierung von Material- und Teilekosten den Schlüssel zur Erreichung ihrer Ziele, 54 Prozent setzen auf mehr Effizienz in der Fertigung. Die Kostenwettbewerbsfähigkeit und die Produktentwicklungszyklen sind für die in China tätigen Zulieferer von besonderer Bedeutung.

CO2-Footprint als Herausforderung

Schwierigkeiten bei der Umsetzung von OEM-Anforderungen (24 Prozent) und die Einhaltung von Emissionszielen (22 Prozent) sind strategische Bedenken für einen kleineren Teil der Lieferkette. Die CO2-Reduktionsziele stellen jedoch für die gesamte Branche eine große Herausforderung dar, wobei 52 Prozent der Befragten die erforderlichen Änderungen an den CO2-Footprint in der Lieferkette und in der Produktion als die wichtigste Aufgabe sehen.

Zu guter Letzt ergab die Umfrage auch, dass die Einstellung und Entwicklung qualifizierter Talente, einschließlich Softwareingenieuren, eine große Herausforderung darstellt. Zwei Drittel der Zulieferer sind derzeit dabei, ihre Mitarbeiter neu zu qualifizieren oder planen dies.

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