Zulieferer Conti schreibt wieder rote Zahlen in der Autosparte

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bei Umsatz und Gewinn ist Continental im ersten Quartal dieses Jahres hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Am Jahresziel wollen die Hannoveraner dennoch festhalten.

Unternehmenszentrale am Pferdeturm in Hannover.(Bild:  Continental)
Unternehmenszentrale am Pferdeturm in Hannover.
(Bild: Continental)

Der Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental hat im ersten Quartal die Probleme im Autogeschäft wieder stark zu spüren bekommen. Im operativen Business fuhren die Hannoveraner mit ihrem Sorgenkind wieder rote Zahlen ein, wie sie überraschend am Dienstag (17.4.) nach Börsenschluss auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilten. Eigentlich hat sich Conti-Chef Niko Setzer für dieses Jahr deutlich bessere Geschäfte in der Sparte Autozulieferung vorgenommen, die im vergangenen Jahr operativ erstmals seit 2019 wieder einen Gewinn vorweisen konnte. Doch schwache Absatzmengen, ausstehende Preisverhandlungen bei Kunden und verzögerte Produktanläufe machten Conti zumindest zu Jahresbeginn einen Strich durch die Rechnung.

Vor Zinsen, Steuern und bereinigt um Sondereffekte machte Conti mit der Autozulieferung je 100 Euro Umsatz rund 4,30 Euro Verlust. Analysten hatten zwar mit einem schwierigen Jahresstart gerechnet, aber nicht in dieser Größenordnung. Ein Jahr zuvor hatte Conti noch eine leicht positive Marge von 0,8 Prozent ausweisen können. Auch der Umsatz mit Autoteilen, Elektronik und Software ging zurück.

Preiserhöhungen notwendig

Die Aktie verlor zur Wochenmitte nach Handelsstart mehr als 4 Prozent. Damit hat das Papier in diesem Jahr fast ein Fünftel an Wert verloren, nachdem es im Herbst stark nach oben gegangen war. Der Kurs liegt nun wieder auf dem Niveau von Mitte November. Analyst Jose Asumendi von der Bank JP-Morgan sprach von einem sehr schwachen Start ins Jahr. Zum Erreichen der bestätigten Prognose des Konzerns benötige Conti nun viel größere Preiserhöhungen zulasten der Autobauer im zweiten Halbjahr sowie eine beschleunigte Kostenersparnis durch die laufenden Umbaumaßnahmen.

Einerseits hätten schwache Absatzmengen in Europa belastet, andererseits noch ausstehende Neuverhandlungen von Preisen in Kundenverträgen, hieß es vom Dax-Unternehmen. Zudem sei wegen verzögerten Produktanläufen auch gegenüber dem Markt eine schwache Entwicklung zu verzeichnen gewesen. Höhere Löhne hätten die Profitabilität außerdem belastet.

Kosten müssen runter

Conti kämpft in der Autozulieferung seit Jahren mit hartnäckigen Problemen. Zuletzt hat Spartenchef Philipp von Hirschheydt den Rotstift angesetzt und will in Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung 7.150 Jobs streichen. Allein durch die Maßnahmen in der Verwaltung sollen die laufenden Kosten bis 2025 um 400 Millionen Euro sinken. Der Anteil der von Experten als zu hoch bemängelten Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Umsatz soll bis 2028 auf 9 Prozent fallen. 2023 lagen sie bei fast 12 Prozent. Zudem stehen Teile der Autozuliefersparte auf dem Prüfstand, die rund ein Viertel des Umsatzes der Sparte ausmachen.

Bei Conti macht zwar die Vorzeigesparte mit den Reifen weiter gute Gewinne. Aber auch im Gesamtkonzern lag der Umsatz im ersten Quartal mit 9,8 Milliarden um etwa 5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 10,3 Milliarden Euro. Dank der Reifensparte erzielten die Niedersachsen mit 2 Prozent voraussichtlich insgesamt eine positive operative Marge – vor einem Jahr waren es aber noch 5,6 Prozent gewesen.

Trotz der Ergebnisse im ersten Quartal rechnet die Führungsspitze um Chef Setzer damit, die finanziellen Jahresziele in allen Sparten und auch im Gesamtkonzern erreichen zu können. Die Prognose bestätigte Conti daher. Die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal legt der Zulieferer am 8. Mai vor.

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