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Smart City Grüne Welle: Ampelassistent ab Juli in Deutschland

| Redakteur: Thomas Günnel

Audi bringt seinen Ampelassistenten nach Deutschland. Ab Juli können bestimmte Modelle des Herstellers mit Ampeln in Ingolstadt kommunizieren, in weiteren europäischen Städten soll die Technik kurzfristig verfügbar sein.

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Audi bietet ab Juli seinen Ampelassistenten in Deutschland an. Die erste entsprechend vernetzte Stadt wird Ingolstadt sein.
Audi bietet ab Juli seinen Ampelassistenten in Deutschland an. Die erste entsprechend vernetzte Stadt wird Ingolstadt sein.
(Bild: Audi)

Audi bringt seinen Ampelassistenten nach Deutschland. Ab Juli sollen entsprechend ausgestattete Fahrzeuge mit Ampeln in Ingolstadt kommunizieren und so auf der „grünen Welle“ durch die Stadt rollen. Die „Green Light Optimized Speed Advisory“ genannte Funktion zeigt dem Fahrer an, bei welcher Geschwindigkeit er die nächste Ampel bei „Grün“ erreicht. Mit dem Assistenten soll die Fahrt entspannter, vor allem aber effizienter sein.

In den USA können Fahrer der Modelle A4 und Q7 den Service bereits seit Ende 2016 nutzen. Nach und nach kamen weitere Städte hinzu, zum Beispiel Phoenix, Kansas City, Dallas, Houston, Palo Alto, Arcadia, California; Portland, Oregon, Denver, Las Vegas und Washington, D.C. – in Washington allein sind über 1.000 Kreuzungen entsprechend vernetzt. Aktuell sind im System mehr als 5.000 Kreuzungen eingebunden – Tendenz steigend.

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Display zeigt Countdown für Rotphasen

Weiterer Bestandteil des Systems ist die Funktion „Time-to-Green“: Erreicht der Fahrer die Ampel bei Rot, zählt ein Countdown im Display die Sekunden bis zur nächsten Grünphase. Beide Funktionen werden zum Start in Ingolstadt in ausgewählten Modellen verfügbar sein, dazu zählen alle E-Tron, A4, A6, A7, A8, Q3, Q7 und Q8, die ab Mitte Juli produziert werden, also dem Modelljahr 2020 angehören. Voraussetzung ist das Ausstattungspaket „Audi Connect Navigation & Infotainment“ und die optionale „kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung“.

Dass das System erst mit zwei Jahren Verspätung in Deutschland ankommt, liegt an deutlich höheren Herausforderungen für die Serieneinführung des Dienstes hierzulande. „Während urbane Ampelsysteme in den USA großflächig und einheitlich geplant wurden, hat sich die Verkehrsinfrastruktur in Europa eher lokal und dezentral entwickelt – mit sehr unterschiedlicher Verkehrstechnik“, erklärt Andre Hainzlmaier, Leiter Entwicklung Apps, Connected Services und Smart City bei Audi „Wie schnell weitere Städte an die Technik angebunden werden, hängt vor allem davon ab, ob sich Datenstandards sowie Schnittstellen etablieren und Städte ihre Ampelanlagen digitalisieren.“

Ampelanlagen besser schalten

Die „grünen Wellen“ könnten zudem in die Routenführung einfließen – Elektrofahrzeuge könnten dann gezielt vor der roten Ampel ausrollen und so optimiert rekuperieren. Gekoppelt mit einem adaptiven Tempomaten ist auch das automatische Bremsen vor der roten Ampel denkbar.

Weiterer Nutzen: Die anonymisierten Daten der Autos sollen künftig helfen, Ampeln in Städten besser zu schalten und den Verkehrsfluss zu optimieren: um zum Beispiel nicht mehr nachts alleine an der Kreuzung an einer roten Ampel zu stehen. Noch einen Schritt weitergedacht, eignen sich V2I-Techniken (Vehicle-to-Infrastructure) wie der Ampelassistent auch dafür, automatisiert fahrenden Fahrzeugen die Orientierung in den Städten zu erleichtern.

Entwicklungsprojekt in Wuxi, China

Im Projekt arbeitet Audi mit Traffic Technology Services (TTS) zusammen. Das Unternehmen bereitet die Rohdaten der städtischen Verkehrsmanagement-Zentralen auf und übermittelt sie an die Audi-Server. Von dort gelangen die Informationen über eine schnelle Internetverbindung ins Auto. Der Automobilhersteller will Ampelinformationen in den nächsten Jahren in weiteren Städten in Deutschland, Europa, Kanada und den USA anbieten. In der ostchinesischen Millionenstadt Wuxi testet Audi außerdem mit Partnern die Vernetzung zwischen Autos und Ampelsystemen in einem Entwicklungsprojekt.

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