ADAS Zu wenig Kunden: BMW streicht Level-3-Assistenzsystem

Von Holger Holzer/SP-X 1 min Lesedauer

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Hochautomatisierte Fahrfunktionen sollten eigentlich aus der Oberklasse langsam in die Volumensegmente diffundieren. Das hat vorerst nicht geklappt.

Für einen Aufpreis von 6.000 Euro können BMW-Kunden seit Frührjahr 2024 den „Personal Pilot L3“ als Sonderausstattung bestellen. Das System wird ab dem Facelift des BMW 7 aus dem Programm genommen.(Bild:  BMW)
Für einen Aufpreis von 6.000 Euro können BMW-Kunden seit Frührjahr 2024 den „Personal Pilot L3“ als Sonderausstattung bestellen. Das System wird ab dem Facelift des BMW 7 aus dem Programm genommen.
(Bild: BMW)

Nach Mercedes streicht nun auch BMW seinen Assistenten für hochautomatisiertes Fahren. Die in den Oberklassemodellen der Marke angebotene Technik ist zu teuer, bringt zu wenig Vorteile und findet offenbar nicht genug Kunden. 

Einem Medienbericht zufolge wird BMW seinen erst im Jahr 2024 eingeführten „Personal Pilot L3“ (ca. 6.000 €) nach dem Lifting der 7er-Reihe Ende April nicht mehr anbieten. Statt der sogenannten Level-3-Technik stufen die Münchner ihren Assistenten auf Level 2 zurück.  Das heißt, dass die Nutzer dem Fahrzeug das Bremsen, Lenken und Gasgeben überlassen können, aber nicht mehr dauerhaft den Blick von der Straße wenden dürfen. Zeitung lesen oder ähnliche Beschäftigungen sind dann am Steuer anders als auf Level 3 nicht erlaubt. 

Mercedes geht auch auf Level 2 zurück

Zuvor hatte Mercedes sich bei seinem „Drive Pilot“ in der S-Klasse ebenfalls von Level 3 verabschiedet. Die Technik war bei den beiden Premiumherstellern optional erhältlich, kostete aufgrund des hohen technischen Aufwands beim Kauf einen höheren vierstelligen Betrag. Der Nutzen war im Gegenzug überschaubar: Die hochautomatisierten Fahrfunktionen sind nur auf bestimmten Autobahnstrecken und bei niedrigem Tempo nutzbar. 

Beim automatisierten Fahren unterscheidet die Branche klassischerweise fünf Stufen. Fast alle Neuwagen arbeiten heute mit Stufe 2, dem „teilautomatisierten“ Fahren, bei dem es erlaubt ist, die Hände kurz vom Steuer zu nehmen. Das Auto übernimmt währenddessen die Spurführung, bremst und beschleunigt selbstständig. Der Fahrer muss aber den Verkehr beobachten und jederzeit eingreifen können. Auf Stufe 3 („hochautomatisiert“) darf der Fahrer sich zeitweise vom Verkehr abwenden und etwa Zeitung lesen. 

Auf Stufe 4, wie sie aktuelle Robotaxis beherrschen, kann er das dauerhaft tun – das Auto fährt „voll automatisiert“, allerdings nur in seinen definierten Einsatzgebieten und bei ordentlicher Sicht. Bislang nicht in Serie verfügbar ist das Level 5, das klassische „autonome“ Fahren – dauerhaft, überall und unter allen Umweltbedingungen. 

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