Neue Strategie Hyundai rückt den Hybrid in den Fokus

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Hyundai verschiebt seine E-Auto-Ziele. Künftig setzt der Hersteller stärker auf Hybride – und entwickelt E-Autos mit Range Extender.

Hyundai-Chef Jaehoon Chang will 2030 zwei Millionen E-Autos weltweit verkaufen.(Bild:  Hyundai)
Hyundai-Chef Jaehoon Chang will 2030 zwei Millionen E-Autos weltweit verkaufen.
(Bild: Hyundai)

Hyundai will in den nächsten Jahren stärker auf Hybridfahrzeuge setzen als bisher. Das ist ein Teil der neuen Strategie „Hyundai Way“, die der koreanische Autobauer in der vergangenen Woche vorstellte. Von sieben auf 14 Modelle soll sich die Zahl der als Hybrid angebotenen Modelle verdoppeln. Auch Hyundais Luxus-Ableger Genesis soll in Zukunft Hybrid-Modelle anbieten.

Gleichzeitig entwickelt Hyundai einen so genannten EREV-Antrieb. EREV steht für „Extended Range Electric Vehicles“, also Elektroautos mit Reichweitenverlängerer. Diese Autos, die in China gerade immer beliebter werden, werden von einem Elektromotor angetrieben. Ein zusätzlicher Verbrenner an Bord lädt lediglich die Batterie. Genau genommen handelt es sich dabei um einen seriellen Plug-in-Hybrid – im Gegensatz zum parallelen Hybrid, wie er im Santa Fe zum Einsatz kommt. Neben China sind die EREV-Modelle vor allem für den nordamerikanischen Markt vorgesehen. Dort wird man sich mit Ford messen müssen, die ebenfalls EREV-Autos angekündigt haben.

Das bedeutet nicht, dass batterieelektrische Fahrzeuge bei den Koreanern abgeschrieben sind. Aber auch Hyundai spürt gerade die abkühlende BEV-Nachfrage in Europa. In China steigt die Nachfrage nach E-Autos zwar noch, doch davon profitieren vor allem einheimische Hersteller. Gleichzeitig fragen die Chinesen immer häufiger Plug-in-Hybride oder eben EREVs nach. Daher hat Hyundai seine E-Auto-Ambitionen etwas verlangsamt.

Elektro-Boom ab 2030

Nichtsdestotrotz erwarten die Koreaner spätestens 2030 wieder eine deutlich anziehende Nachfrage. Von den 5,55 Millionen Autos, die Hyundai dann weltweit verkaufen will, sollen zwei Millionen Elektroautos sein. 21 Elektromodelle soll es bis dahin geben. Darunter sollen sowohl günstige Einstiegsmodelle sein, für die Hyundai aktuell an einer günstigen Batterie arbeitet, als auch luxuriöse und sportliche Fahrzeuge.

In Deutschland stehen zwei neue Elektromodelle in den Startlöchern. So soll ab Anfang 2025 der kleine Inster für unter 25.000 Euro bestellbar sein. Zudem erweitert Hyundai seine Ioniq-Familie nach oben. Anders als erwartet wird das kommende große Elektro-SUV nicht Ioniq 7, sondern Ioniq 9 heißen. Das vor drei Jahren vorgestellte Konzeptfahrzeug trug noch die Zahl Sieben im Namen.

Neue E/E-Architektur ab 2026

In der Fahrzeug-Entwicklung will Hyundai ab 2026 einen Schwenk hin zu einem Software-zentrierten Ansatz machen. Dann soll ein erstes sogenannte „Software Defined Vehicle“ (SDV) vorgestellt werden. Es soll eine neue Elektronikarchitektur mit einem zentralen Hochleistungsrechner nutzen. Zudem will Hyundai weitere spezielle Hardware-Komponenten entwickeln.

Die neuartige Architektur soll Entwicklungszeit und -kosten reduzieren. Hyundai-Fahrzeuge sollen sich in lernende Maschinen verwandeln, die sich durch die Integration von KI mithilfe der selbst gesammelten Daten kontinuierlich verbessern. Die SDV-Technik soll nach und nach auf die Modellpalette ausgerollt werden.

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