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IAA 2019: ZF stellt Mobilitätskonzepte vor

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Elektroantrieb mit zwei Gängen

Für alle rein elektrisch angetriebenen Modelle stellte ZF in Klettwitz einen Zweigang-Antrieb vor. Der neue Elektromotor leistet maximal 140 Kilowatt und lässt sich mit zwei Gängen je nach gefahrener Geschwindigkeit häufiger nahe am oder im idealen Betriebszustand betreiben. Der Gangwechsel erfolgt bei 70 km/h. Im Vergleich mit einem einstufigen Antrieb senkt das den Energieverbrauch – und erlaubt mehr elektrische Reichweite. Auf bis zu fünf Prozent beziffert Ebenhoch den Reichweitengewinn. „Außerdem ist mit dem Antrieb eine Segelfunktion darstellbar“, sagte Michael Ebenhoch – und die spart am meisten Energie. Ob der Hersteller den Vorteil direkt an seine Kunden weiterreicht, oder stattdessen zum Beispiel den Akku kleiner dimensioniert, bleibt ihm überlassen.

Neben der Effizienz geht es mit dem neuen Antrieb auch um die Performance: Der neue Antrieb eignet sich mit hohem Anfahrdrehmoment zum Beispiel für Fahrzeuge, die einen Hänger ziehen; und für solche, bei denen der Fokus auf hoher Endgeschwindigkeit liegt. Fast ausschließlich auf Effizienz schaut die Nutzfahrzeugbranche – und hier hat ZF seit dem 3. Juli den Fuß in der Tür: Die Aktionäre von Wabco stimmten der von ZF Friedrichshafen geplanten Übernahme des US-amerikanischen Zulieferers für die Nutzfahrzeugindustrie zu.

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Die Transaktion soll in den ersten Monaten des Jahres 2020 abgeschlossen werden. „ZF kann gemeinsam mit Wabco einen integrierten Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik bilden“, kommentierte Scheider die Übernahme. Das Thema Systemanbieter war auch bei der Veranstaltung in Klettwitz allgegenwärtig: „Wir liefern alle entscheidenden Fahrwerksbestandteile – aktive Dämpfung, Vorder- und Hinterachslenkung sowie Bremse – aus einer Hand. Damit sind wir in der einzigartigen Position, die Steuerung dieser Komponenten per Algorithmus ideal aufeinander abzustimmen und sie so zu einem vorausschauend und umsichtig agierenden System zu verknüpfen“, beschrieb Christoph Elbers, Leiter der Chassis-Entwicklung. „Die Vernetzung der einzelnen Aktuatoren ermöglicht dann wiederum neue Funktionen, die der Dynamik und Sicherheit zuträglich sind.“

Zahlsystem zum Tanken und Parken

Komfort steht eher im Vordergrund beim Service „eWallet“.Gemeinsam mit Baywa, dem größten Tankstellennetz-Betreiber im süddeutschen Raum, hat ZF Anfang 2019 das Projekt „Smart Fuelling“ gestartet. In einem erfolgreichen Feldversuch konnten Baywa-Tankstationen Bezahlvorgänge mittels einer Blockchain-Technik vereinfacht und automatisch über die „eWallet“-Plattform abwickeln.

Über das verbleibende Jahr 2019 soll der Service im gesamten Tankstellennetz des Betreibers eingeführt werden – und wachsen: Weil der Service unabhängig von Hard- und Software funktioniert, will die Firma mit ihrer Plattform noch dieses Jahr in das Geschäftsfeld Parken expandieren. Vielleicht lassen sich mit dem System auch die Bezahlvorgänge beim Laden von Elektrofahrzeugen vereinfachen.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE