Leichtbau-Gipfel 2015

Komponenten im Blick

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Weiterentwickelte Gussverfahren

Auf den Vortrag von Dr. Hillebrecht folgte der Blick eines Zulieferers. Dr. Klaus Greven von der KSM Casting Group thematisierte den Leichtbau im Fahrwerk, den sein Unternehmen durch den Einsatz neuer Aluminiumgussverfahren umsetzt. Die Vorteile des Leichtbau mit Gusswerkstoffen fasste Greven kurz zusammen: „Wir haben eine hohe Gestaltungsfreiheit, das Design ist nahe an der Topologieoptimierung und mit diesen Werkstoffen ist auch bionisches Design möglich.“ Allerdings brächten Gusswerkstoffe auch eine geringe Duktilität und inhomogene Eigenschaften mit sich. Dort griff KSM nun an und setzte Entwicklungsleistung in das Verfahren, Material und den Prozess.

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Als Verfahren nutzt der Zulieferer das Counter Pressure Casting (CPC). Es ist eine Weiterentwicklung des herkömmlichen Niederdruckgusses. Durch das neu entwickelte Verfahren lasse sich die Befüllung der Gießform und die Erstarrung des Materials unter Druck verwirklichen, da die Drücke in Ofen und Kokille unabhängig voneinander regelbar sind. In Verbindung mit einer hohen Abkühlrate erreiche man laut Dr. Greven exzellente mechanische Kennwerte.

Eigener Werkstoff überraschte Kunden

Neben dem Verfahren galt der nächste Blick dem Material. Hier startete KSM ein F&E-Projekt an dessen Ende der Werkstoff Tensal steht. Der Ausgangspunkt war die Aussage eines Kunden, der eine Darstellung eines Schwenklagers aus Guss anzweifelte. „Wir haben das Lager trotzdem aus Guss entwickelt. Durch unsere neue Legierung konnten wir den Lastenfall des Kunden erfüllen“, berichtete Greven. Mit Tensal erreiche man vor allem eine signifikante Erhöhung der 0,2 Prozent-Dehngrenze im Vergleich zur Standardlegierung. Derzeit liege der erste Serienauftrag vor und mit einem Produktionsstart rechnet KSM für das Frühjahr 2016.

Und KSM Casting sei mit seinen Zielsetzungen noch nicht am Ende. So verwies Dr. Greven mit dem Controlled Vacuum Casting (CVC) auf eine weitere Verfahrensform.

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