Leichtbau-Gipfel 2015

Komponenten im Blick

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

LAM mit Vorteilen und Hürden

Der letzte Session-Vortrag kam weniger aus dem Bereich der Industrie. Vielmehr handelte es sich bei den Ausführungen von Jannis Kranz um einen Forschungsvortrag der TU Hamburg-Harburg. Kranz arbeitet dabei insbesondere an der Laseradditiven Fertigung (LAM), deren Vorteile er auch benannte. Dazu gehörten beispielsweise die einfache Datenvorbereitung direkt aus den CAD-Daten, die endkonturnahe Fertigung und die hohe geometrische Gestaltungsfreiheit.

Allerdings wies Kranz in seinen Ausführungen zum LAM auch auf eine neue Hürde hin: „Die Herausforderung ist eine steigende Designkomplexität.“ Zudem habe man zwei Probleme identifiziert: Zum einen sei das Design-Know-how auf Experten limitiert und es fehlten Richtlinien. Zum anderen sei das Bauteildesign häufig durch konventionelle Verfahrensrestriktionen beeinflusst.

Bildergalerie

Die Forscher erstellten Designrichtlinien für das LAM. Dazu zählten unter anderem jene für Supportstrukturen, minimale Wandstärken, Bauraumabmessungen und Fertigungskosten. Bei den Wandstärken sollten beispielsweise jene vermieden werden, die größer als 0,4 Millimeter sind.

Um ein „Design for LAM“ zu erstellen folgten Kranz und seine Kollegen einer methodischen Herangehensweise, die sie in neun Schritte unterteilten, wobei die ersten fünf die Strukturfindungsphase darstellten, während die letzten zur Designphase zählten.

Bionik und Design

Auch das Thema Bionik wurde von Kranz aufgegriffen. So zielte man auf die Strukturoptimierung eines Bauteils, suchte in einem Bionik-Katalog die passende Vorlage der Natur, wendete die gewählten Strukturprinzipien, beispielsweise von Vogelknochen, an und abstrahierte diese technisch.

Im Ergebnis sieht Jannis Kranz vor allem den Mehrwert des Verfahrenes: „LAM ermöglicht neue Ansätze für die Bauteilkonstruktion.“ Zudem bringe die Verknüpfung von Strukturoptimierung, Bionik und LAM in einem Designprozess das Loslösen von konventionellen Ansätzen. Und dass der Ansatz Erfolg haben kann, zeige das für die zivile Luftfahrt konzipierte erste additive Metallbauteil, das Kranz und seine Kollegen unter anderem zusammen mit Airbus umgesetzt haben.

(ID:43252572)