Behr Kühlung von Li-Ionen-Batterien
Mit dem „Ergebnissteigerungsprojekt 2010“ reagiert Behr auf den kräftigen Rückgang des Erbegnises im Geschäftsjahr 2007.
Anbieter zum Thema
Ein Blick auf den Umsatz und Behr kann zufrieden sein: Die 3,38 Milliarden Euro entsprechen einem Plus von 6,1 Prozent gegenüber 2006. Ein Blick auf das Ergebnis und mit der Zufriedenheit ist es rapide vorbei: So ging das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) der Behr-Gruppe in 2007 um 32 Prozent auf 85 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit reduzierte sich von 95 Millionen auf 40 Millionen Euro.
„Tausend Einzelmaßnahmen definiert“
Um die absolut nicht zufriedenstellende Ergebnissituation zu verbessern, hat Behr das gruppenweite „Ergebnissteigerungsprojekt 2010“ gestartet. Es konzentriert sich auf die Initiativen:
• geringere Produktionskosten in den Werken
• optimierte Produktkosten in den Projekten
• geringere Materialkosten
• mehr Effizienz in Verwaltung und Entwicklung
„Inzwischen haben wir weltweit über tausend Einzelmaßnahmen definiert“, sagt Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Geschäftsführung der Behr GmbH & Co. KG, im Gespräch mit »Automobil Industrie«.
Produktseitig steht die Senkung des CO2-Ausstoßes über allen Neuentwicklungen der Behr-Gruppe. „Weil Klimatisierung und Motorkühlung erhebliche Energieströme im Fahrzeug bewegen, können wir sogar einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und damit auch des CO2-Außstoßes leisten“, ergänzt Flik.
Klimaanlagen: 20 Prozent weniger Verbrauch
Bei Klimaanlagen will Behr bis 2012 durch Verbesserungen an Kältekreislauf, Klimagerät und Regelung den Verbrauch um etwa 20 Prozent reduzieren. Das entspricht zwei bis drei Gramm CO2 pro Kilometer. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren den Kraftstoffmehrverbrauch unserer Klimaanlagen um gut ein Viertel auf heute 0,5 l/100 km im Jahresdurchschnitt gesenkt. Dabei wurden die Geräte sehr stark auf die Hochlastpunkte hin optimiert. Künftig konzentrieren wir uns auf den Teillastbereich. Denn wie viele Hochsommertage mit über 40 Grad Celsius haben wir denn im Jahr?“, fragt Flik.
Lithium-Ionen-Batterien mögen‘s nicht heiß
Darüber hinaus sieht sich Behr als Technologieführer in der Kühlung von Lithium-Ionen-Batterien. Diese gelten als Schlüssel künftiger Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Allerdings sind sie außerordentlich temperaturempfindlich und müssen in allen Betriebszuständen unter 40 Grad Celsius gehalten werden. Nur so können sie ihre volle Leistung bei maximaler Lebensdauer erbringen.
Drei Wege zur Kühlung
Um die Batteriekühlung an das Klimasystem des Fahrzeugs anzubinden, gibt es drei Möglichkeiten: die direkte Kühlung des Batteriemoduls mit Kältemittel, die Kühlung der Batterie durch die von der Fahrzeugklimatisierung abgekühlte Luft, und die Batteriekühlung durch einen Sekundärkreislauf des Klimasystems. „Wir arbeiten an allen drei Konzepten und haben schon zwei sehr wichtige Serienaufträge erhalten – unter anderem den Mercedes S 400 Blue Hybrid“, sagt Flik.
Welche Produkte Behr sonst noch in die angekündigten Hybrid-Fahrzeuge europäischer OEM liefert, und was der Zulieferer von alternativen Heizkonzepten wie textilen Flächenheizungen hält, lesen Sie in der Ausgabe 5/2008 von »Automobil Industrie«.
(ID:254317)