Leichtbau-Gipfel 2015

Leichtbau in der Tradition von Henry Ford

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F 150 aus Aluminium

Zuletzt konnte Aluminium sehr umfangreich im F 150 eingesetzt werden. Dabei kamen Wünsche der Kunden auf, die von Haltbarkeit über Nutzlast, anhängelast, Verbrauch, Fahrdynamik bis zu den Kosten reichten. Dr. Wesemann stellte in diesem Fall klar: „Leichtbau adressiert alle aufgeführten Kundenwünsche.“ Und Leichtbau lohne sich gerade bei einem Produkt wie dem F 150-Truck, der nun leichter ist, als eine typische Oberklasselimousine. Vor dem Hintergrund das typische Großserien-Stückzahlen für Aluminium-Karosserien bei etwa 30.000 bis 60.000 Einheiten pro Jahr liegen, machen das Fahrzeug für Wesemann zum sinnvollen Einsatzgebiet: „Die für den F 150 angestrebte Jahresproduktion ist um eine Größenordnung höher und übertrifft somit die Gesamtzahl aller weltweit hergestellten Aluminium Karosserien.“

Danach ging Wesemann auf die Mischbauweise ein, die auch schon im T-Modell von 1915 mit dem Mix aus Stahl, Holz und Aluminium nachvollziehbar war. Seit damals erreichte der Ansatz eine Evolution, der unter anderem 2001 beim Aston Martin Vanquish mit Aluminium, FVK und CFK einen ersten Höhepunkt markierte und 2006 im Ford GT mit Stahl, Aluminium und CFK die nächste Stufe nahm. 2014 erreichten die Entwickler mit dem Multi Material Light Vehicle Concept (MMLV) die bis dato weitreichendste Werkstoff-Mixtur, die bei einem Ford Fusion zu einer Verminderung von 24 Prozent führen würde. Der Material-Mix besteht hier aus Borstahl, Stahl, Aluminium-Gussteilen, Aluminium-Profilen sowie Aluminium-Tiefziehteilen.

Ohne Stahl geht es nicht

Zuletzt wand sich der Top-Ingenieur der Nutzung von CFK in der Großserie zu und benannte einige Hindernisse, wie die Kosten, die Verfügbarkeit und Fertigungsverfahren für die Großserie. Gerade dem dritten Punkt wendet sich Ford mit Partnern zu. Zukünftig sieht Wesemann für die Großserienkarosserien die Werkstoffe Stahl, Aluminium, den Mix aus beiden sowie die Mischbauweise aus Metall, Kunststoff inklusive CFK im Fokus. Aber er betonte auch: „Stahl wird nach wie vor eine starke Rolle spielen.“

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