Elektronik Lidar-Technik: Auf dem Pfad der Erleuchtung

Von Sven Prawitz 3 min Lesedauer

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Ibeo hat seit gut einem Jahr ihre Lidar-Technik im Serieneinsatz. Noch sind die Sensoren kein Massenprodukt – dennoch investiert der Zulieferer bereits in die nächste Generation. Die Kooperation mit AMS soll helfen, die Lidar-Technik kleiner, robuster und günstiger zu machen.

Lidar-Sensoren erfassen das Umfeld und dessen Objekte vor dem Fahrzeug und liefern damit zusätzliche Informationen.(Bild:  ZF Friedrichshafen)
Lidar-Sensoren erfassen das Umfeld und dessen Objekte vor dem Fahrzeug und liefern damit zusätzliche Informationen.
(Bild: ZF Friedrichshafen)

Bei kaum einer Komponente bringen sich sowohl die Automobilhersteller als auch deren Zulieferer so stark in Stellung wie bei den Lidar-Sensoren. Und bei kaum einer anderen Komponente gibt es so viele gut finanzierte Start-ups. Die Unternehmensberatung Yole Développement beziffert die privaten Investitionen in Lidar-Unternehmen für die Jahre 2016 und 2017 auf jeweils 400 Millionen US-Dollar – 2015 wurden lediglich acht Millionen ausgegeben. Die Unternehmen investieren die gesammelten Millionen kräftig in die Entwicklung der Lidar-Technik – die Sensoren müssen vor allem robuster werden, und der Anspruch an die Auflösung ist in der Automobilbranche deutlich höher als bei manch anderen Anwendungen. Noch sind wenige Sensormodelle auf dem Markt verfügbar. Valeo beliefert seit gut einem Jahr Audi mit sogenannten mechanischen Lidarsystemen. Deren Lichtquelle – entwickelt von Ibeo – emittiert Laserstrahlen im Infrarotbereich. Diese werden durch kleine bewegliche Spiegel umgelenkt. Damit decken die Sensoren einen Bereich vor dem Fahrzeug ab und erfassen in diesem Sichtfeld Objekte.

Großer Lidar-Markt

Die Lidartechnik gilt als Schlüssel zum hoch- und vollautomatisierten Fahren. Schließlich gleicht Lidar die Schwächen von Radar (Objekterkennung, Winkelauflösung) und Kamera (Abhängigkeit von Sichtverhältnissen/ Wetter) aus. Mit einer Fusion der Daten aus allen Sensorsystemen können nahezu alle Umgebungsbedingungen bewältigt werden: ob Schnee oder Regen, ob Dunkelheit oder gleißendes Sonnenlicht. Laut Yole wird sich der Markt für Lidarsysteme innerhalb der kommenden fünf Jahre mehr als verzehnfachen – auf weit über drei Milliarden US-Dollar. Zwei Drittel davon sollen dabei auf Anwendungen in Robotaxis entfallen.