Jahresbilanz 2022 Mehr Geschäft für Marquardt

Von Jens Rehberg 3 min Lesedauer

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Der Spezialist für mechatronische Schalt- und Bediensysteme konnte im vergangenen Jahr beim Umsatz zulegen. Die E-Mobilität soll das Wachstum für die kommenden Jahre absichern.

Mit dem DemoCar 2.0 gewährt der Zulieferer Marquardt einen Blick in den Fahrzeuginnenraum von morgen.(Bild:  Marquardt)
Mit dem DemoCar 2.0 gewährt der Zulieferer Marquardt einen Blick in den Fahrzeuginnenraum von morgen.
(Bild: Marquardt)

Die Marquardt-Gruppe in Rietheim-Weilheim hat 2022 ihren Gesamtumsatz um rund 100 Millionen Euro auf „gut 1,4 Milliarden Euro“ gesteigert. Besonders erfolgreich war der Mechatronik-Spezialist laut Mitteilung mit seinen Lösungen für die Elektromobilität, mit hochwertigen Bedieneinheiten für den Fahrzeuginnenraum, innovativen Fahrberechtigungs- und Zugangssystemen sowie mit Produkten für den nachhaltigen und energieeffizienten Betrieb von Haus- und Heizgeräten. Ob im vergangenen Jahr Geld verdient wurde, verrät der Zulieferer allerdings nicht.

Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender des Vorstands der Marquardt-Gruppe.(Bild:  Marquardt)
Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender des Vorstands der Marquardt-Gruppe.
(Bild: Marquardt)

Mit seiner jüngsten Geschäftseinheit „Power and Energy Solutions“ ist der Zulieferer erneut zweistellig gewachsen. Zu den Neuprojekten gehört ein Großauftrag über Batteriemanagementsysteme in Asien. Im Bereich „Human Machine Interfaces“ habe man den Umsatz mit hochintegrierten Bedienoberflächen, intelligenten Lichtsystemen für Premiumfahrzeuge sowie drehbaren Gangwahlschaltern mit Display und Lenkradbedieneinheiten steigern können.

Neues Zugangssystem via Smartphone

In der Geschäftseinheit „Entry and Authorization Systems“ trugen elektronische Lenkradverriegelungen, kapazitive Türgriffsensoren und elektronische Schlüssel zum Wachstum bei. Zudem habe man erfolgreich ein neues Fahrberechtigungssystem namens „Push and Drive 3“ eingeführt. Dessen Plattform mache den Zugang zu Pkw und Nutzfahrzeugen unter anderem via Smartphone massentauglich; die sichere Weitergabe des digitalen Schlüssels eröffne zudem Flottenmanagern, Car-Sharing-Anbietern und Autovermietern neue Angebote und Geschäftsmodelle.

In seiner Geschäftseinheit „Mechatronic Devices“ entwickelt Marquardt nachhaltige und klimaschonende Produkte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Unternehmen laut Mitteilung besonders im Bereich der Sensoren und Bedieneinheiten für Haus- und Heizgeräte erfolgreich. Dazu gehört ein Ultraschall-Durchflusssensor, der die Effizienz bei der Steuerung von Wärmepumpen erhöht.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 erneut auf überdurchschnittliche 10 Prozent des Umsatzes. Im Berichtszeitraum meldete Marquardt knapp 100 neue Patente und Schutzrechte an.

Mit seinem DemoCar 2.0 präsentierte der Mechatronik-Spezialist zahlreichen Kunden in aller Welt neueste Bedienkonzepte und Lösungen für den Fahrzeuginnenraum der Zukunft. Dazu gehören hochwertige Oberflächen, die mit vielen verborgenen Funktionen versehen sind und Premiumfahrzeuge laut Marquardt zu mobilen Wohnzimmern machen.

Ausblick: Langfristig signifikantes Wachstum erwartet

Das aktuelle Geschäftsjahr bleibt für Marquardt angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und weiterer geopolitischer Spannungen hochvolatil und schwer planbar. Die Kaufzurückhaltung insbesondere in Europa sei weiter deutlich zu spüren.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Konjunktur in der Metall- und Elektroindustrie in diesem Jahr wohl bestenfalls seitwärts bewegen wird“, sagte Harald Marquardt, Vorsitzender des Vorstands der Marquardt-Gruppe: „Die Mittel- und langfristige Entwicklung unseres Unternehmens bewerten wir dennoch sehr zuversichtlich: Wir waren schon immer unabhängig vom Antriebsstrang und entwickeln neue Konzepte für den Fahrzeuginnenraum der Zukunft; wir haben sehr früh in die Elektromobilität investiert und gestalten mit unseren Produkten die Mobilitätswende mit. Zusätzlich gelingt es uns, auch in weiteren Märkten wie etwa Heizung, Lüftung und Klimatechnik, Weiße Ware, Reinigungsgeräte, Elektrowerkzeuge und industrielle Anwendungen mit Innovationen zu überzeugen. Wir gehen deshalb davon aus, dass wir in den kommenden Jahren signifikant wachsen werden.“

Derzeit beschäftigt die Marquardt-Gruppe weltweit rund 10.600 Mitarbeiter, 400 mehr als noch vor einem Jahr. Davon sind nach eigenen Angaben 1.300 Ingenieure. Neue Stellen hat das Unternehmen insbesondere in der Softwareentwicklung geschaffen, um die Transformation und den Technologiewandel mit hochintegrierten mechatronischen Systemen mitzugestalten. Zur Bewältigung des geplanten Wachstums ist Marquardt weltweit auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften: Insgesamt bietet der Zulieferer aktuell etwa 480 offene Stellen.

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