Bei der Technik übernimmt die neue Mittelklasse-Limousine einiges von der S-Klasse. Optisch und im Fahrverhalten soll die C-Klasse jedoch deutlich dynamischer sein.
Ab Sommer 2021 will Mercedes die neue C-Klasse ausliefern.
(Bild: Daimler)
Seit fast 40 Jahren und in bisher vier Generationen baut Mercedes die C-Klasse. Was die Verkaufszahlen angeht, ist der in den 80er-Jahren noch als „Baby-Benz“ geschmähte Klassiker aus Bremen zum wichtigsten Modell des süddeutschen Autobauers avanciert. Allein von der seit 2014 bis heute gebauten Generation vier konnte Mercedes mehr als 2,5 Millionen Exemplare weltweit absetzen. Jetzt steht der Nachfolger in den Startlöchern, der optisch und technisch auf revolutionäre Änderungen verzichtet und dennoch große Schritte in Richtung Zukunft des Autofahrens macht.
Optisch wirkt die um sieben Zentimeter auf 4,75 Meter in der Länge gewachsene C-Klasse als Limousine wie ein kleiner Bruder der S-Klasse. Die Form der Front- und Heckleuchten, die Charakterlinien in den Flanken oder der Dachverlauf ähneln dem Flaggschiff der Luxusmarke. Serienmäßig gibt es LED-Scheinwerfer, die sich wie bei der S-Klasse zum digitalen Licht aufrüsten lassen, welches mit seinen 2,6 Millionen Pixel eine große Fülle an Funktionen für mehr Sicherheit bereitstellen kann. Die parallel enthüllte Kombiversion T-Modell ist exakt so lang und breit wie die Limousine. Später ist noch eine Allterrain-Variante geplant. Außerdem soll die neue C-Klasse wieder die Basis für das SUV GLC bilden.
Der prominente Stern auf der Motorhaube ist in den Kühlergrill gewandert. Laut Mercedes-Benz COO Markus Schäfer soll das der Optik der C-Klasse mehr Dynamik verleihen. Man behalte sich allerdings noch vor, die Langversion für China mit dem altbewährten Stern auf der Haube anzubieten.
Größeres Platzangebot im Interieur
Parallel zum allgemeinen Wachstum der Karosserie hat auch das Platzangebot im Innenraum zugelegt. Um jeweils über zwei Zentimeter sind der Beinraum im Fond sowie Schulter- und Ellenbogenbreite vorne gewachsen. Die Limousine bietet einen unvermindert 455 Liter großen Kofferraum, während der Stauraum im T-Modell um 30 auf 490 beziehungsweise 1.510 Liter zulegen konnte.
Bei Anzeigen und Infotainment macht die C-Klasse einen großen Schritt nach vorn. Hinterm Lenkrad gibt es ein Display für den Fahrer, welches in zwei Versionen mit 10,25 oder 12,3 Zoll Durchmesser erhältlich ist. Ergänzend projiziert das optional bestellbare Head-up-Display fahrrelevante Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers. In der Mittelkonsole befindet sich ein ebenfalls schwebend wirkender Touchscreen im Hochformat, der serienmäßig mit 9,5 und optional mit 11,9 Zoll Bildschirmdiagonale erhältlich ist. Viele Fahrzeugfunktionen werden über den berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert, der bisherige Dreh-Drück-Schalter in der Mittelkonsole hat ausgedient. Lediglich auf einer Leiste am unteren Bildschirm und auf dem Lenkrad gruppieren sich Bedienflächen in größerer Zahl. Entsprechend bietet sich dem Fahrgast ein besonders aufgeräumtes, von Schaltern und Knöpfen entfrachtetes Cockpit, welches sich durch eleganter Linien und edel wirkender Materialien gewohnt wohnlich präsentiert.
Ergänzend zur Steuerung über Touchscreen und Lenkrad bietet das Bordsystem noch eine Sprachsteuerung. Das MBUX-Bordsystem ist lernfähig. Es sorgt außerdem für eine Reihe neuer Online-Services. Dank der „Smart Home-Funktion“ kann der Fahrer sein Heim aus der Ferne steuern, sofern dieses mit entsprechender Technik gerüstet ist. Die permanente Anbindung des Fahrzeugs ans Internet erlaubt außerdem Over-the-Air-Updates der Fahrzeugsoftware oder auch die Nutzung von Musik-Streamingdiensten.
Die Modelle der C-Klasse Limousine
Wie bisher bleibt die C-Klasse dem Verbrennerprinzip treu. Zum Start sind drei Benziner und zwei Diesel mit jeweils vier Zylindern vorgesehen. Alle sind mit einem 48-Volt-Startergenerator elektrifiziert und mit einer 9-Gang-Automatik kombiniert. Im Fall von C 180 und C 200 kommen 1,5-Liter-Turbos mit 125 kW/170 PS beziehungsweise 150 kW/204 PS zum Einsatz. Die stärkere Version ist zudem mit Allrad bestellbar. Das trifft auch auf den C 300 zu, der aus zwei Litern Hubraum 190 kW/258 PS mobilisiert. Bereits der Basisbenziner erledigt den Standardsprint in 8,6 Sekunden und ermöglicht bis zu 231 km/h. Beim C 300 wird auf 250 km/h begrenzt, die Sprintzeit beträgt 6,0 Sekunden. Die Verbrauchswerte der Benzinervarianten bewegen sich nach WLTP zwischen 6,2 und 7,9 Liter.
Bei den beiden Dieselmotoren 220 d und 300 d handelt es sich um Zweiliter-Maschinen mit 147 kW/200 PS beziehungsweise 195 kW/265 PS. Der stärkere Selbstzünder ermöglicht einen Sprint auf 100 km/h in 5,7 Sekunden und 250 km/h Topspeed, die WLTP-Verbräuche gibt Mercedes mit 4,9 bis 5,8 Liter an.
Stand: 08.12.2025
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Plug-in-Hybride noch 2021 verfügbar
Drei Monate nach dem Verkaufsstart – also noch 2021 – wird Mercedes für die neue C-Klasse verschiedene Plug-in-Hybridantriebe (PHEV) in Kombination mit Vierzylinder-Benziner und -Diesel mit mindestens 147 kW/200 PS Leistung anbieten. Der in jedem Fall 95 kW/129 PS starke Elektromotor soll eine Höchstgeschwindigkeit bei rein elektrischer Fahrt von 140 km/h ermöglichen, die elektrische Reichweite beträgt aufgerundet 100 Kilometer. Möglich macht das unter anderem eine 25 kWh große Batterie. Die PHEV-Technik der vierten Generation ermöglicht Laden des Stromspeichers mit bis zu 55 kW Gleichstrom, was die Ladezeit im Idealfall auf 30 Minuten verkürzt. Details zu den Verbrennermotoren der Plug-in-Hybride nennt Mercedes noch nicht. Die im Heck untergebrachte Batterie schränkt bei Limousine und T-Modell das Kofferraumvolumen ein. In der Limousine schrumpft das Gepäckabteil auf 360 und bei umgeklappter Rückbanklehne beim T-Modell auf 1.375 Liter. Grundsätzlich werden die PHEV-Versionen mit Luftfederung und Niveauregulierung ausgestattet.
Noch in vielen weiteren Details wurde die C-Klasse verfeinert. Dank neuer Vierlenkerachse vorne und einer Raumlenker-Hinterachse verspricht Mercedes mehr Komfort und Agilität als bisher. Es gibt ein optionales Sportfahrwerk mit kontinuierlicher Verstelldämpfung sowie eine Hinterachslenkung, mit deren Hilfe sich der Wendekreis der C-Klasse von 11,07 auf 10,64 Meter verkleinert. Die vielen Assistenzsysteme entlasten den Fahrer weiter als bisher und sorgen für mehr Sicherheit. Außerdem wurde die Crash-Sicherheit unter anderem dank eines neuen Airbags zwischen Fahrer und Beifahrer erhöht. Zudem bieten Klimasystem und Sitzmassage neue Funktionen – etwa die Energizing-Komfort-Funktionen.
Voraussichtlich im April ist Verkaufsfreigabe für die neue C-Klasse. Im Sommer werden dann die ersten Fahrzeuge ausgeliefert. Die Preise dürften gegenüber der aktuellen Generation leicht steigen. Derzeit kostet die Limousine C 180 gut 37.000 Euro.