Das „beste Auto der Welt“, wie Mercedes-Benz sein Flaggschiff S-Klasse selbst nennt, tritt eine weitere Vorreiterrolle an: die des Plug-in-Hybriden in der Oberklasse. Das Fahrzeug bringt neben der neuen Antriebstechnik aber noch weitere Neuerungen mit.
Mercedes-Benz hat sein Flaggschiff S-Klasse um eine weitere Antriebsart erweitert. Der S500 Plug-in Hybrid soll so Luxus und effiziente Fortbewegung kombinieren.
(Foto: Daimler)
Die S-Klasse ist in ihrem Segment aktuell das meistverkaufte Fahrzeug weltweit. Rund 80.000 Exemplare verkaufte Mercedes-Benz in den vergangenen anderthalb Jahren. Jetzt gibt es die Luxuslimousine mit Hybridantrieb – ohne Aufpreis verglichen mit dem V8-Verbrenner. Der Grund: der Hersteller sieht darin die Chance, die Präferenzen der Kunden herauszufinden: grünes Gewissen und Technikaffinität versus klassischer Antrieb.
Der Hybride muss sich dabei hinter den Fahrleistungen seines Pendants mit Verbrennungsmotor nicht verstecken. Der V6 entwickelt aus drei Litern Hubraum 245 kW/333 PS und ein Drehmoment von 480 Newtonmetern. Hinzu kommen 85 kW und 340 Newtonmeter des in das Siebenganggetriebe integrierten Elektromotors, der in Zusammenarbeit mit Bosch entstanden ist. Der Sprint von Null auf 100 km/h gelingt so in 5,2 Sekunden, Schluss ist erst bei elektronisch begrenzten 250 km/h. Den kombinierten Verbrauch gibt Mercedes mit 2,8 Litern/100 km laut NEFZ an – und tatsächlich ist der Wert erreichbar, wenn der Hochvolt-Lithium-Ionen-Akku vollgeladen ist. Dessen Kapazität beträgt 8,7 kWh, untergebracht ist er im Kofferraum. Bei voller Ladung sind laut Hersteller bis zu 33 Kilometer rein elektrischer Fahrt möglich. Die Ladezeit, um den Akku von 20 auf 100 Prozent Kapazität zu bringen, beträgt an der Haushaltssteckdose rund vier Stunden und zwei Stunden an der im Fahrzeugpreis enthaltenen oder einer öffentlichen Wallbox.
Kabellos laden
Der nächste Schritt der Ladetechnik ist das kabellose Laden, das Mercedes mit dem S500 Plug-in Hybrid erprobt und das noch während der aktuellen Generation der S-Klasse erhältlich sein soll. Dabei muss das Fahrzeug lediglich über einem Modul auf dem Boden platziert werden, damit der induktive Ladevorgang beginnen kann – Kabel und Stecker sind dann hinfällig.
Intelligentes Hybridmanagement
Zurück zum Verbrauch: Bei Testfahrten in und um Kopenhagen und Malmö standen am Ende rund 7,5 Liter/100 Kilometer im Bordcomputer – ein ordentlicher Wert für ein Fahrzeug dieser Größe und Ausstattung. Bei der Testfahrt zählte aber nicht nur der Verbrauch, sondern auch das Zusammenspiel der Antriebe und die vom System ermittelte Antriebsstrategie. Bei aktivierter Zielführung des Navigationssystems und dem Fahrmodus „E+“ – neben drei weiteren – errechnet das Fahrzeug die jeweils passende Antriebsart, abhängig von der zurückzulegenden Strecke. Enthält die Route zum Beispiel längere Stadtfahrten, reserviert das System genug elektrische Energie, um innerorts rein elektrisch unterwegs zu sein.
Die jeweiligen Städte werden dabei unterschiedlich priorisiert. Ist etwa eine Stadtdurchfahrt nur mit einigen hundert Metern kalkuliert, wir hier im Zweifelsfall eher mit Verbrennungsmotor gefahren, um für eine folgende Fahrt durch die Innenstadt über genug Energie zu verfügen. Das Wechselspiel der beiden Antriebe ist dabei kaum spürbar. In die Berechnung der Antriebsstrategie fließen außerdem das topografische Profil der Strecke und die Verkehrszeichenerkennung ein.
Das warnende Gaspedal
Und noch eine weitere Technik soll sparen helfen: das haptische Gaspedal. Radartechnik überwacht den Verkehr vor dem Fahrzeug. Fährt man nun schneller als der Vordermann auf diesen auf, klopft es im Gaspedal zweimal – der Fahrer kann den Fuß vom Gas nehmen noch bevor gebremst werden muss.
Neben aller Technik die hilft den Verbrauch zu minimieren, geht es aber noch immer um eine S-Klasse und damit um eines der luxuriösesten Automobile. Dieser Tatsache will Mercedes beim S500 Plug-in-Hybrid mit der so genannten erweiterten Vorklimatisierung Rechnung tragen. Mittels Smartphone und der App „Mercedes connect me“ lässt sich das Fahrzeug vor dem Start auf die gewünschte Temperatur bringen, der Fahrer muss dazu lediglich seine Abfahrtszeit eingeben. Beim Vorwärmen umfasst das neben der Innenraumluft auch Sitze, Lenkrad und Armauflagen in Türen und Mittelkonsole. Beim Kühlen wird auch die Sitzventilation aktiviert, wenn die jeweilige Sonderausstattung an Bord ist.
Sechs Jahre Garantie auf Hybridtechnik
Ab dem 27. September ist der S500 Plug-in-Hybrid in Deutschland auf dem Markt. Das Modell wird ausschließlich mit langem Radstand erhältlich sein und bei 108.945 Euro starten. Wer sich auch angesichts des Preises um die Haltbarkeit des Hybridsystems sorgt, kann zumindest innerhalb der ersten sechs Jahre oder 100.000 Kilometer beruhigt fahren: für diesen Zeitraum gibt Mercedes Garantie auf den Hochvolt-Akku und die Plug-in-Komponenten.
Die wichtigsten Märkte für das Modell sieht Mercedes in Europa, Asien und den USA. Der Marktstart in China und den USA wird im März 2015 sein – und der chinesische Markt könnte dann auch der größte Markt für das Fahrzeug werden.
Stand: 08.12.2025
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Die „Plug-in-Offensive“
Für den Stuttgarter Hersteller ist die S-Klasse dabei nur der Start einer „Plug-in-Offensive“. In einigen Monaten folgt ein Hybrid-Modell der C-Klasse, bis zum Ende des Jahres 2017 sollen weitere zehn Plug-in-Hybride auf dem Markt sein. Bis zum Jahr 2020 will Mercedes weltweit einen zweistelligen Prozentbereich verkaufter Hybridfahrzeuge erreichen, bislang liegen die Verkaufszahlen je nach Markt im einstelligen Prozentbereich. Hilfreich dabei: Das Hybridsystem passt laut Mercedes in alle heck- und allradgetriebenen Modelle des Konzerns.