Zwei Kleinwagen mit C und vier Buchstaben: Mitsubishi führt den neuen Colt am Markt ein, ein Zwillingsmodell des populären Renault Clio. Für Mitsubishi und die Händler hängt vom Marktstart viel ab.
Bei Mitsubishi steht der Colt in den Startlöchern.
(Bild: Simon – VCG)
Mitsubishi hat Erfolge am deutschen Markt dringend nötig. Die Marke befand sich zuletzt in einer Abwärtsspirale, der Absatz brach zwischen Januar und September 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent ein. In den kommenden Wochen und Monaten möchte der Hersteller ein wenig Boden gut machen – den Anstoß geben soll vor allem der neue Mitsubishi Colt. Davon sollen etwa 3.000 Einheiten noch in diesem Jahr verkauft werden, im nächsten Jahr dann 10.000.
Der Colt zählt bei Mitsubishi zu den Traditionsmodellen. 1962 rollte der Kleinwagen erstmals auf die Straßen im Heimatmarkt Japan. Im Dezember 1978 startete er am deutschen Markt, 2012 lief die Produktion aus. 420.000 Einheiten wurden hierzulande zugelassen – immerhin 90.000 sind davon noch unterwegs.
Nun also das Comeback. Genau genommen recycelt der Hersteller nur den bekannten Namen. Bei der neuen Generation bedient sich Mitsubishi an der Technik der Allianz mit Renault. Der Colt ist ein Renault Clio mit Nasenkorrektur. Die beiden Modelle unterscheiden sich optisch nur durch das Logo, die Schriftzüge und den modifizierten Kühlergrill.
Die Mitsubishi-Händler würden sich Modelle wünschen, die sich stärker von den Allianz-Modellen abheben, so wie es etwa bei Nissan der Fall ist. Allerdings ist ein Rebadge-Modell besser als keines. Der Importeur blickte im Sommer 2020 dem Europa-Rückzug von Mitsubishi ins Auge, ehe die Entscheidung im Jahr darauf revidiert wurde.
Mit dem Clio greift Mitsubishi immerhin zu einem Erfolgsmodell, das auf den Straßen häufig anzutreffen ist. Als Chance wertet der Importeur auch, dass das Angebot an Kleinwagen in den vergangenen Jahren geschrumpft ist. Gerade im Bereich der Hybride gibt es im B-Segment kaum Angebote – bei Mitsubishi künftig schon.
Drei Antriebe zur Wahl
Der Colt, den Mitsubishi zwischen dem nächstes Jahr auslaufenden Space Star und dem SUV ASX (auch ein Renault-Modell) positioniert, kommt in drei Antriebsvarianten: mit einem 1-Liter-Dreizylinder-Saugmotor in Verbindung mit 5-Gang-Schaltgetriebe (49 kW/67 PS), einem 1-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner (67 kW/91 PS) und 6-Gang-Schaltgetriebe sowie einem Hybridantrieb, der einen 1,6-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren und einem Automatikgetriebe kombiniert. Die Systemleistung beträgt bei dem Vollhybrid 105 kW/143 PS.
Blickt man nur auf den Hybrid, dann bietet tatsächlich Renault den günstigeren Einstieg. Der Clio ist als Hybrid ab 23.300 Euro zu haben, der Colt ab 26.000. Allerdings kommt der Colt mit mehr Serienausstattung und fünf statt zwei Jahren Garantie.
Der Einstiegsbenziner wiederum ist bei Mitsubishi günstiger. Bei den Ausstattungsvarianten startet der Colt „Basis“ bei 17.600 Euro – bis Ende Oktober gewährt der Importeur aber 2.000 Euro Aktionsnachlass auf den Colt. Der Einstiegspreis liegt derzeit also bei 15.600 Euro. Renault ruft auf seiner Website mindestens 18.350 Euro für die Clio-Basisvariante auf.
Bei Mitsubishi gibt es die Basisvariante ausschließlich in Verbindung mit dem Saugbenziner. Die Ausstattung umfasst unter anderem einen Spurhalteassistenten, ein Auffahrwarnsystem, eine Klimaanlage, einen Licht- und Regensensor und Verkehrszeichenerkennung (dazu unten mehr).
Die Variante Plus ist mit allen drei Antrieben zu haben und startet bei knapp 20.000 Euro. An Bord sind unter anderem ein beheizbares Lenkrad, Klimaautomatik, Einparkhilfen vorn und hinten, eine Rückfahrkamera, eine Sitzheizung sowie ein Smart-Key-System mit Start-Stopp-Knopf.
Top-Variante ab 24.000 Euro
Die Top-Variante kostet mit Turbo-Benziner mindestens 24.000 Euro, mit Hybridantrieb mindestens 29.000. Sie bietet beispielsweise 360-Grad-Umgebungskameras, einen Ausparkassistenten, ein Bose-Sound-System, ein 3D-Navigationssystem mit 9,3-Zoll-Touchscreen sowie einen Totwinkelassistenten.
Zwischen Plus und Top platziert Mitsubishi zum Start wie gewohnt eine Intro-Edition ab 22.600 Euro.
Bei einer ersten Probefahrt überzeugte der Colt mit seiner umfangreichen Ausstattung (Turbo und Hybrid je in Top-Ausstattung). In der Stadt ist der Wagen mit seinen Maßen, den Einparkhilfen und Kameras ein praktischer Begleiter, der in den Testwagen-Farben „sunrise red“ und „onyx black metallic“ auch durchaus schön anzusehen ist.
Hakeliges Getriebe, sparsamer Hybrid
Deutlich mehr Freude als der Turbo bereitete die Fahrt mit dem Hybrid. Einerseits umgeht man damit das im Test etwas hakelige Schaltgetriebe, vor allem aber beschleunigt der elektrifizierte Colt wirklich wacker. Den Verbrauch für den Hybrid gibt Mitsubishi mit 4,1 l/100 km kombiniert und 4,8 Liter auf der Autobahn an. Genau die 4,8 Liter bestätigte dann auch der Bordcomputer nach der Testfahrt, überwiegend auf der Autobahn.
Stand: 08.12.2025
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Einen guten Eindruck hinterließ das Navi auf dem 9,3-Zoll-Touchscreen. Unzuverlässig hingegen war bei der Testfahrt die Schildererkennung. Der Colt beharrte ständig auf einem Tempolimit von 70 km/h – spätestens innerorts flog der Irrtum auf.