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HTWK Leipzig Neuartiger Stirlingmotor

| Redakteur: Bernd Otterbach

Eric Timmermann von der HTWK Leipzig hat einen neuartigen Stirlingmotor entwickelt. Der Heißgasmotor ist in der Lage, aus Wärme mit kleinen Temperaturdifferenzen eine Bewegung zu erzeugen, die sich in elektrischen Strom umwandeln lässt. So läuft der Prototyp bereits bei einer Wassertemperatur von 45 Grad Celsius.

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Das Verfahren könnte sich für viele bisher unerschlossene Einsatzgebiete bei der Nutzung regenerativer Energiequellen eignen. Die Forschungsarbeiten Timmermanns fanden im Rahmen seines Bachelorstudiums an der Fakultät Maschinen- und Energietechnik der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig statt. Betreut wurden die Forschungen von Professor Dr.-Ing. Detlef Riemer und Professor Dr.-Ing. Klaus Wozniak.

Stirlingmotoren sind Wärmekraftmaschinen, die ein Gas abwechselnd erhitzen und wieder abkühlen lassen. Das Gas dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen, der Motor dreht sich, Energie wird erzeugt. Die schlecht nutzbare thermische Energie wird demnach in gut nutzbare mechanische Energie umgewandelt.

Stirlingmotor läuft von allein an

Neu an dem Stirlingmotor von Timmermann ist, dass der Motor bereits ab einer sehr niedrigen Temperatur (45 Grad Celsius) funktioniert. Darüber hinaus läuft er bei ausreichender Temperaturhöhe von allein an. Damit kann er als völlig autarkes System arbeiten. Diese Technik könnte ganz unterschiedlich genutzt werden: Beispielsweise könnte damit die Abwärme industrieller Prozesse veredelt werden. Aber auch der Einsatz in Verbindung mit Geo- und Solarthermie wäre denkbar. Timmermann hat sich seinen Forschungsansatz bereits patentieren lassen.

Anfang August startet ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt, in dem der Motor weiterentwickelt werden soll. Timmermann, der inzwischen das Masterstudium Maschinenbau (Profillinie Mechatronik) absolviert, ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter aktiv an der Forschung beteiligt. Das Projekt wird mit rund 280.000 Euro von Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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