Abgasnachbehandlung

Neue Beschichtung für Dieselpartikelfilter

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Niedriger Abgasgegendruck

Diese Eigenschaften bewirken, dass durch das verbesserte kontinuierliche Abbrennen des Rußes der Abgasgegendruck dauerhaft niedrig bleibt. Der niedrige Balance Point erfordert auch nicht mehr so viele aktive Regenerationsvorgänge, bei denen mit Hilfe von zusätzlich eingespritztem Kraftstoff die Abgastemperatur zum Abbrennen des Rußes erhöht wird. Beide Aspekte sparen Kraftstoff und senken den CO2-Ausstoß um einige Gramm. Bei günstigen Fahrkollektiven kann sogar ganz auf das aktive Abbrennen des Rußes verzichtet werden, was bei zahlreichen Feldtests bereits nachgewiesen wurde. Die von ElringKlinger und dem Kooperationspartner entwickelte Beschichtung besteht aus einer Mischung von nanoskalierten Alkalisilikaten, die bereits zum Patent angemeldet ist. Sie ist schwer- und edelmetallfrei, was die Kosten deutlich reduziert. Geeignete Trägersubstrate sind zum Beispiel Siliziumcarbid, Aluminiumtitanat, Cordierit und Mullit. Diese Argumente haben auch das Bundeswirtschaftsministerium überzeugt: Es verlieh ElringKlinger als Kooperationspartner der Nano X für den Partikelfilter samt katalytischer Beschichtung den Deutschen Rohstoff-Effizienzpreis 2012.

Überzeugende CleanCoat-Beschichtung

Die Wirksamkeit der CleanCoat-Beschichtung wurde auch von anderer Seite bestätigt. So hat die kalifornische Umweltbehörde California Air Resources Board (CARB) im Jahr 2012 Partikelfilter-Nachrüstsysteme für Omnibusse und Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 6,34 Tonnen bewertet und zertifiziert. Mit Abstand hat das Hug-mobiclean-Filtersystem die niedrigsten Regenerationstemperaturen. Da diese schweren On-Road-Nutzfahrzeuge gemäß den kalifornischen Emissionsrichtlinien sukzessive mit Partikelfiltern nachgerüstet werden müssen, sind seit der Zertifizierung des Systems schon mehr als 1.500 mobiclean-Filter im Einsatz. Außerdem interessieren sich einige Nutzfahrzeughersteller auch für Erstausrüstungsprojekte.

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Keine Abgasnachbehandlung für Pkw

Die Abgasnachbehandlung für Pkw will ElringKlinger vorerst nicht angehen. Dieses Segment ist zu sehr auf Commodity-Produkte ausgerichtet, die wegen ihrer hohen Stückzahlen erhebliche Anfangsinvestitionen erfordern und nur mäßige Margen in Aussicht stellen. Auch die Partikelproblematik bei Otto-DI-Motoren bietet derzeit keinen tragfähigen Ansatz, da die heißen Abgase von Ottomotoren den Abbrand des Rußes ohne katalytische Beschichtung ermöglichen. Generell will ElringKlinger in neuen Geschäftsfeldern bei der automobilen Abgasreinigung nur aktiv werden, wenn das Unternehmen dort über eine Technik mit Alleinstellungsmerkmal verfügt.

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