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Abgasnachbehandlung Neue Beschichtung für Dieselpartikelfilter

| Autor / Redakteur: Karl Schmauder / Thomas Günnel

Die ElringKlinger AG beschäftigt sich mit Motordichtungen aller Art, thermischen Abschirmungen, Kunststoff-Gehäusemodulen und Komponenten in Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzellen. Weniger bekannt ist, dass sich der Zulieferer zu einem kleinen, feinen Anbieter von Abgasnachbehandlungstechnik gemausert hat.

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Die ElringKlinger-Tochter Hug entwickelt und fertigt komplette Abgasnachbehandlungssysteme.
Die ElringKlinger-Tochter Hug entwickelt und fertigt komplette Abgasnachbehandlungssysteme.
(Foto: ElringKlinger)

Vor 15 Jahren hat sich die ElringKlinger AG noch fast ausschließlich über ihre Dichtungsprodukte definiert. Dann hat das Unternehmen das Portfolio sukzessive mit zukunftsträchtigen Produkten diversifiziert, zuletzt mit der Abgasnachbehandlung. Schon in zehn Jahren dürfte dieser Bereich eine stabile und sehr relevante Säule im Unternehmen sein. Vor etlichen Jahren untersuchte ElringKlinger den Markt in Richtung Abgasnachbehandlung, speziell Dieselpartikelfilter. Allerdings machte der rapide Preisverfall in diesem Bereich der geplanten Produktion in Eigenregie einen Strich durch die Rechnung. Was aber tun mit der Filterbeschichtung, die bis dahin schon mit dem Kooperationspartner Nano X entwickelt wurde?

Zukauf im Jahr 2011

Schnell war klar, dass ElringKlinger auch als Beschichter von Partikelfiltern auf einen industriellen Partner angewiesen ist. Nach einer Sondierungsphase fand ElringKlinger im Schweizer Abgasspezialisten Hug den passenden Partner. Im Jahr 2011 erwarb man eine Zwei-Drittel-Mehrheit an dem Unternehmen, das bereits seit mehreren Jahrzehnten Filtersubstrate, Beschichtungen, SCR-Einspritzsysteme und komplette Abgasnachbehandlungsanlagen entwickelt und mit dem systemischen Denken in Sachen Abgasnachbehandlung vertraut ist. Hug seinerseits suchte einen starken Partner für die weltweite Vermarktung seiner Produkte. Die Win-Win-Situation war offensichtlich: Hug konnte seine innovativen Technologien an der Seite von ElringKlinger weltweit besser vermarkten, ElringKlinger bringt das selbst erarbeitete Beschichtungs-Know-how ein und kann es in sehr interessanten Nischen mit hohem Marktpotenzial einsetzen. Die Zukunftsperspektiven für Abgasreinigung sind hervorragend, da Länder wie China, Indien und andere sukzessive schärfere Abgasgrenzwerte einführen werden.

Beschichtung für Dieselpartikelfilter

In dieses Szenario passt insbesondere die von ElringKlinger entwickelte Beschichtung für Dieselpartikelfilter, die reges Interesse bei den OEMs hervorgerufen hat. Diese „CleanCoat“ genannte Beschichtung sorgt im Partikelfilter „mobiclean“ auch ohne aktiv erzeugtes NO2 dafür, dass der Ruß im Filter abbrennt.

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Es genügt der im Abgas vorhandene Restsauerstoff, um zusammen mit der Beschichtung die Rußverbrennung bei etwa 300 °C zu starten. Bei Wettbewerbssystemen ist das oft erst bei deutlich höheren Temperaturen der Fall. Im Zusammenspiel mit NO2 aus dem Oxidationskatalysator reduziert sich der Balance Point auf etwa 280 °C. Das ist die Abgastemperatur, bei der im Filter genauso viel Ruß oxidiert, wie im Motor gebildet wird. Unter identischen Prüfbedingungen liegt sie damit deutlich tiefer als herkömmliche Euro-VI-Abgasnachbehandlungssysteme mit einem Balance Point von etwa 315 °C.

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