Abgasnachbehandlung

Neue Beschichtung für Dieselpartikelfilter

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Wachstum mit Non-Automotive

Was ElringKlinger nicht daran hindert, in Non-Automotive-Segmenten kräftig zu wachsen. In Märkten wie Schifffahrt, Schienenfahrzeuge und Stationärmotoren hat das Tochterunternehmen Hug bereits einen guten Klang und Markterfolg. So liefert Hug für eine Baumaschine die komplette Abgasbehandlung (Oxidationskatalysator, Partikelfilter und SCR-System) in die Erstausrüstung, komplettiert durch etliche Abschirmteile aus dem Geschäftsbereich Abschirmtechnik. Dieser Trend hin zu einem Komplettsystem wird sich weiter verstärken. Nicht zuletzt, weil aus Gründen der Effizienz immer mehr Wert darauf gelegt wird, die im Motor erzeugte Wärme im System zu halten und dort kontrolliert zu nutzen. Auch diverse Diesellokomotiven, Frachtschiffe und Hochsee-Yachten reinigen ihre Abgase schon mit Technik von Hug.

Großes Potenzial in der Schifffahrt

Besonders in der Schifffahrt sieht ElringKlinger großes Potenzial, da diese Fahrzeuge in immer mehr Ballungsräumen lokal begrenzten Emissionsvorschriften (Umweltzonen) unterliegen. So wurde kürzlich ein Auftrag über Abgasnachbehandlungssysteme für zehn Fluss-Kreuzfahrtschiffe abgeschlossen. Relevante stationäre Anwendungen sind zum Beispiel Gasmotoren zur Stromerzeugung. Für diese Power Plants gelten sehr strenge Emissionsrichtlinien, die mit Hug-Technik zu erfüllen sind. Hier hat ElringKlinger schon Aufträge im zweistelligen Millionenbereich abgeschlossen. Außerdem hat Hug für die Versorgung von Gewächshäusern ein umfassendes Konzept entwickelt. Die eingesetzten Gasmotoren erzeugen erstens Wärme zum Beheizen der Gewächshäuser, zweitens Elektrizität zum Beleuchten und eventuell zum Einspeisen ins Stromnetz. Drittens wird das Abgas des Verbrennungsvorgangs mit Hug-Technik auf Atemluft-Qualität gereinigt und dann ins Gewächshaus eingeleitet, da das enthaltene CO2 die Photosynthese der Pflanzen verbessert und damit über die schnellere Bildung von Biomasse die Ernteerträge erhöht. Ein weiteres Arbeitsgebiet sieht Hug im Methanschlupf von Gasmotoren, für den man bereits wirkungsvolle Produkte zur Methankatalyse entwickelt hat.

Unabhängiger von Konjunkturzyklen werden

Insgesamt forciert ElringKlinger das Wachstum in diesen Segmenten auch, um unabhängiger von den Konjunkturzyklen im Automobilbau zu werden. 2012 hat Hug einen Umsatz von etwa 30 Millionen Euro erzielt. Für 2013 werden 40 Millionen Euro erwartet. Bis Ende des Jahrzehnts will man dieses Volumen mehr als verdoppeln und dabei über alle Segmente und Weltmärkte hinweg wachsen. Während das Engineering der Abgasnachbehandlung und Teile der Produktion weiterhin am Hug-Standort Elsau in der Schweiz bleiben werden, hat ElringKlinger einen Zulieferer von Hug in Thale/Sachsen-Anhalt gekauft, um mit einem zweiten Produktionsstandort Währungsrisiken aus dem Weg zu gehen.

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