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Horiba Neuer E-Motorenprüfstand in Oberursel

| Redakteur: Bernd Otterbach

Seit Anfang September betreibt der japanische Messspezialist Horiba im Testcenter in Oberursel mit dem „Titan E-Drive‘ einen neuen E-Motorenprüfstand.

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Zusätzlich zum bereits bestehenden Fahrzeugrollenprüfstand und dem Motorenprüfsystem steht damit nun ein weiteres Testsystem zur Verfügung. In Kombination mit dem hauseigenen virtuellen Batteriesimulator ist dadurch eine Prüfung von E-Motoren unter realistischen Bedingungen bereits im Vorserienstatus möglich. Der neue Prüfstand sei eine strategische Investition, um im Bereich alternativer Antriebe wie Hybrid- und E-Motoren internes Know-how auszubauen und zu vertiefen, teilte Horiba am Mittwoch mit.

„Die Elektrifizierung des Antriebstrangs durch Hybrid- und E-Motoren stellt auch für die Prüfsystemanbieter eine Herausforderung dar“, sagte Joachim Misgeld, Leiter des Testcenters in Oberursel. „Mit dem Motorenprüfstand ‚Titan E-Drive‘ verfügen wir über ein erstklassiges Test- und Entwicklungswerkzeug, um bereits im frühen Entwicklungsstadium von alternativen Antrieben zu forschen.“

Seit 2003 betreibt Horiba mit in Oberursel einen Fahrzeugrollenprüfstand und zwei Prüfstände für Verbrennungsmotoren. Einer dieser beiden Prüfstände wurde nun durch den „Titan E-Drive“ ersetzt. Die Japaner haben nach eigenen Angaben derzeit eine große Nachfrage nach Testkapazitäten für E-Motoren, die nach Einschätzung Misgelds mittelfristig sogar noch steigen wird.

Virtuelle Batteriesimulation

Mit dem E-Motorenprüfstand führt Horiba unter anderem Kennfelduntersuchungen sowie Leerlauf- und Kurzschlusstests durch. Als Belastungsmotor wird dabei eine Asynchronmaschine vom Typ DYNAS3 HS 180 eingesetzt, die für das hohe Anfahrmoment der heute am häufigsten eingesetzten Elektromotoren – den Asynchronmotoren – mit Drehzahlen von bis zu 16.000 U/min ausgelegt ist. Mit einer Nennleistung von 178 kW und einem Nenndrehmoment von 430 Nm (Überlastmoment: 559 Nm) bietet die DYNAS3 HS 180 ein weites Anwendungsfeld und deckt ein breites Prüfspektrum ab.

Eine Gleichstromquelle versorgt die Probanden mit Spannungen bis zu 950 V. Als Erweiterung dieser Gleichspannungsversorgung simuliert das virtuelle SPARC-Batteriesystem unterschiedliche Batterieverhalten und verschiedenste Batterieparameter. Das System bildet nicht nur den Ladezustand der Batterie physikalisch und chemisch nach, sondern auch verschiedene Parameter wie Batteriealter und -zusammensetzung, Fahrzyklen sowie unterschiedlichste Umwelteinflüsse.

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