Hirschmann Austria Neues Werk in Tschechien
Hirschmann Austria hat im tschechischen Vsetin ein neues Werk zur Produktion von Automobil-Kabelsatzmodulen eröffnet
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"Die Investition von Hirschmann in Tschechien unterstreicht die Bedeutung von Osteuropa für Rheinmetall und steht gleichzeitig als Meilenstein für den Aufbruch in unseren Kerngeschäften", sagte Klaus Eberhard, Vorstandsvorsitzender der Konzern-Obergesellschaft von Hirschmann, der Rheinmetall AG, anlässlich der Eröffnungsfeier in Vsetin.
Rheinmetall will seinen Auslandsanteil in den Geschäftsfeldern Automotive (Kolbenschmidt Pierburg), Electronis (Hirschmann und Preh) sowie Defence in den nächsten fünf Jahren von heute 60 Prozent auf 70 Prozent ausweiten. "Dabei haben wir schon frühzeitig die Vorzüge von Tschechien als Wirtschaftsregion erkannt, was die Übernahme eines tschechischen Kolbenherstellers in Usti nad Labem im Jahr 1995 beweist", so Eberhard weiter.
Betrieben wird die 2,2-Millionen-Euro-Investition von Hirschmann Czech, eine Tochtergesellschaft der Hirschmann Austria GmbH, Rankweil. Derzeit sind 270 Mitarbeiter am Standort Vsetin beschäftigt; bis zum Jahresende 2003 soll diese Zahl auf rund 300 ansteigen. Das neue Werk umfasst eine Fläche von rund 4 700 qm, wovon rund 4 000 qm auf Fertigungs- und Logistikflächen entfallen.
Hirschmann Austria hatte mit Wirkung zum 1. Januar 2002 die Hirschmann Czech s.r.o. gegründet und hierzu das tschechische Unternehmen Trend-V übernommen, mit dem man zuvor bereits über zehn Jahre erfolgreich zusammengearbeitet hat. Das ursprüngliche Werk nahe Vsetin war zu klein geworden und ließ keine optimalen Fertigungsabläufe zu, so dass im Juni 2002 mit dem Neubau begonnen wurde.
In seiner Eröffnungsrede dankte Dr. Anton Schwab, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Hirschmann Austria, allen Beteiligten für die zügige Realisierung des Projekts und würdigte dabei die gute Kooperation mit den tschechischen Behörden, der österreichischen Außenhandelskammer, der Kommune Vsetin und dem Generalunternehmer Centroprojekt aus dem tschechischen Zlin.
"Aufgrund der voranschreitenden Globalisierung und des erhöhten Wettbewerbsdrucks in der Automobilindustrie ist die Nutzung der spezifischen Vorteile des Standortes Vsetin zur Sicherung unserer Marktposition von großer Bedeutung", betonte Schwab.
Bei nur einem Fünftel der Lohnkosten im Vergleich zu Deutschland/Österreich wird sich Hirschmann Czech unter anderem auf die Montage, das Umspritzen und den Verguss von Kabelsatzmodulen mit einem relativ hohen manuellen Fertigungsanteil konzentrieren. Gleichzeitig bleibt Rankweil als Fertigungsstandort für komplette Stechverbindungen und Kabelsätze mit einem starken Automatisierungsgrad in vollem Umfang erhalten.
Im Jahr 2002 hat Hirschmann Austria mit rund 700 Mitarbeitern einen Umsatz von 92 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Hirschmann Electronics-Gruppe erzielte einen Gesamtumsatz von 306 Millionen Euro; davon rund 50 Prozent in der Automobilindustrie.