Fahrbericht Neuer Opel Frontera: Erbe und SUV vereint im Kompaktformat

Von Alexander Sellei/sp-x 4 min Lesedauer

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Opel hat den Frontera wiederbelebt. Er tritt als Mild-Hybrid oder E-Auto mit bis zu sieben Sitzen die Nachfolge des Crossland an. Einen Allradantrieb sucht man aber vergebens.

Zum 125-jährigen Bestehen der Marke belebt Opel jetzt den Frontera aus den 90er-Jahren wieder.(Bild:  Opel)
Zum 125-jährigen Bestehen der Marke belebt Opel jetzt den Frontera aus den 90er-Jahren wieder.
(Bild: Opel)

Während der Mutterkonzern Stellantis nach dem überstürzten Ausscheiden von CEO Tavares in unruhiges Fahrwasser gerät, entwickelte sich Opel zuletzt erfreulich. Zum 125-jährigen Bestehen der Marke belebt Opel den Kult-4x4 Frontera aus den 90er-Jahren wieder. Trotz des traditionsreichen Offroad-Erbes ist Allradantrieb nicht zu haben. Mit dem Ur-Frontera teilt sich die neue Generation die kantige Optik und den hohen Nutzwert zum erschwinglichen Preis. Los geht es ab 24.000 Euro mit dem Mildhybrid. Der E-Frontera startet bei 29.000 Euro.

Das neue Modell mit altem Namen ersetzt den Opel Crossland und zählt zur Klasse der beliebten Kompakt-SUV. Dort tummeln sich zahllose Wettbewerber wie der Skoda Karoq oder der Nissan Qashqai. Opel greift dabei auf den Smart-Car-Baukasten für die Klein- und Kompaktklasse aus dem Stellantis-Konzern zurück, auf der bereits die Citroën-Modelleë-C3 oder C3 Aircross vom Band rollen. Die Plattform wurde dabei mit einem Fokus auf E-Autos entwickelt, kann aber auch mit Hybrid-Antrieben bestückt werden.

Sehr gute Raumausnutzung

Das 4,39 Meter lange und 1,64 Meter hohe SUV hat einen Radstand von 2,67 Meter, was eine sehr gute Raumausnutzung mit ausreichend Kopf- und Beinfreiheit auf der Rückbank bedeutet. Zu den interessanten Optionen zählt für 800 Euro extra eine dritte Sitzreihe, die den Fünf- zum Siebensitzer macht. Sie ist allerdings den Hybridantrieben vorbehalten.

Der Kofferraum mit doppeltem Ladeboden bietet 460 Liter Stauraum. Legt man die teilbare Rücksitzbank (60:40) um, werden daraus bis zu 1.600 Liter. Ähnlich wie man es von Fahrradsatteln kennt, haben die Vordersitze serienmäßig eine mittig verlaufende Vertiefung. Diese verteilt das Gewicht bei längeren Fahrten besser auf die Sitzknochen und verringert den Druck auf das Steißbein.

Nichts für längere Reisen

Der elektrische Frontera kommt zunächst mit nur einer Batterieoption. Die ist mit 44 kWh eher knapp bemessen und bringt das Fahrzeug bis zu 300 km weit. Für eine längere Reise zu wenig. Ein Long Range-Variante mit größerer Batterie für bis zu 400 km Reichweite ist für nächstes Jahr geplant. Die Fahrwerte des 83 kW starken E-SUV reichen beim Quartett eher nicht für einen Stich. Die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h gelingt in trägen zwölf Sekunden – bei Tempo 140 ist Schluss.

Der Verbrauch wird mit realistischen 18,5 kWh auf 100 km angegeben, was für ein Fahrzeug dieser Gewichtsklasse (1.344 kg) Durchschnitt ist. Der Stopp für eine Standardladung von 20 bis 80 Prozent Batteriekapazität ist in knapp 26 Minuten erledigt. Dabei lädt der kleine Speicher mit einer maximalen Leistung von 100 kW (Gleichspannung, DC). Für das Wechselstromladen ist nur ein einphasiger Bordlader serienmäßig. Dringend zu empfehlen ist daher das dreiphasige Gerät mit elf kW Ladeleistung für 400 Euro Aufpreis.

Während den Rüsselsheimern bei den technischen Komponenten durch Stellantis enge Grenzen gesetzt sind, hatten die Designer weitestgehend freie Hand bei der Optik. Stärker noch als der Vorgänger Crossland oder die Modellschwestern Mokka und Grandland positioniert Opel den Frontera optisch in Richtung SUV. Das fällt vor allem im Profil durch die senkrecht abfallende Front und das kantige Heck auf. Vorn stellt der Kompakte dabei unverkennbar das aktuelle Markengesicht dem schwarzen Panel, Voll-LED-Scheinwerfern und dem Opel-Blitz zur Schau.

Detox bei der Ausstattung

Um den Einstiegspreis deutlich unter dem Niveau von 30.000 Euro zu halten, sparte man innen mit eiserner Hand. Opel selbst nennt das Ausstattungs-Detox und sagt, man fokussiere sich eben auf das Wesentliche. Tatsächlich geht es an Bord daher eher spartanisch zu. Das fällt aufgrund der klaren Interieur-Gestaltung allerdings nicht sofort ins Auge. Ein Schlüssel, den man zum Starten ins Schloss stecken und umdrehen muss, wirkt in einem modernen E-Auto aber arg altbacken. Opel betont dabei auch den sparsamen Umgang mit Ressourcen. Schließlich besteht der Frontera zu 95 Prozent aus wiederverwendbarem Material, zudem wurde im Innenraum komplett auf tierisches Leder verzichtet.

Infos zur Fahrt und zum Fahrzeug vermittelt ein Bildschirm-Duo mit je Zehn-Zoll-Diagonale, von dem das aufpreispflichtige zentrale Display leicht zum Fahrer geneigt ist. Serienmäßig an Bord ist mittig allerdings bloß eine Smartphone-Klemme. Ärgerlich ist, dass bei der Funktionalität auch hier gespart wurde und nicht einmal der Durchschnittsverbrauch angezeigt werden kann.

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Wenige haptische Knöpfe

Neben Touch- und Sprachsteuerung gibt es nur wenige haptische Knöpfe, zum Beispiel für die Klimatisierung. Immerhin lädt das Smartphone optional auch kabellos. Zu den Merkmalen der Basisausführung Frontera Edition zählen unter anderem eine manuelle Klimaanlage, 16-Zoll-Stahlräder und die wichtigsten Assistenzsysteme. Die höhere Ausstattungslinie Frontera GS bietet für jeweils 3.500 Euro Aufpreis 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Klimaautomatik und ein Infotainmentsystem mit Zentralbildschirm.

Wer noch nicht bereit ist für den Umstieg auf ein E-Auto wählt alternativ eine der beiden rund 5.000 bzw. 3.200 Euro günstigeren Verbrenner-Varianten mit 74 kW/100 PS oder 100 kW/136 PS. Beiden gemein ist ein 1,2-Liter-Turbobenziner, der an ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist und elektrische Unterstützung von einem 48-Volt-System erhält. Im Stadtverkehr, beim Rollen von Ampel zu Ampel, bewegt sich das Auto über kurze Strecken auch rein elektrisch dahin.

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