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924 Turbo – schneller als ein Ferrari 400 GT
Richtig kostspielig wurden erst spätere Spielarten des 924, allen voran der bereits erwähnte 924 Turbo. Fast 40.000 Mark verlangte Porsche für den auf 125 kW/170 PS erstarkten Leistungsträger, der sich äußerlich fast nur durch Luftschlitze in der Motorhaube, Heckspoiler und größere Räder differenzierte. Immerhin konnte Porsche so einen Leistungsvorsprung gewinnen gegenüber neuen Rivalen wie dem Wankelsportler Mazda RX-7. In 7,8 Sekunden spurtete der 924 Turbo auf Tempo 100 – und zeigte dabei sogar allen Zwölfzylinder-Ferrari 400 GT seine Auspuffmündung. „Fahren, wo es noch Spaß macht: Im Porsche“, kommentierte die Werbung.
Eine Meinung, die offenbar auch Rallye-Weltmeister Walter Röhrl teilte, jedenfalls starteten er und sein Co-Pilot Christian Geistdörfer 1981 mit dem 924 Carrera GTS erfolgreich in der Deutschen Rallyemeisterschaft. Aber nicht nur Profis konnten die bis zu 276 kW/375 PS starken und 290 km/h schnellen Racer bestellen. Gab es den Carrera GTS doch auch als entschärfte Straßenversion mit 180 kW/245 PS. Die immer noch genügten, um der Vmax-Ikone Lamborghini Countach beim Sprint auf Tempo 100 das Nachsehen zu geben.
Porsche 944 wird der große Bruder
Noch etwas Neues hatte Porsche 1981 zu vermelden: Der 924 bekam einen großen Bruder in Form des 944. Unter der bekannten Karosserie, nun mit gewaltigen Kotflügelverbreiterungen, arbeitete ein neuer 2,5-Liter-Vierzylinder, der durch eine Halbierung des V8 aus dem Porsche 928 entstanden war. Mit Leistungswerten zwischen 120 kW/163 PS und 184 kW/250 PS genügten die Porsche 944 – erstmals gab es Cabriolets – allen Ansprüchen der tempohungrigen 1980er Jahre. Auch der 924 erhielt 1986 in seiner finalen Version dieses echte Porsche-Triebwerk, äußerlich zu erkennen am Typenzusatz „S“. Mit der Weltwirtschaftskrise von 1987/88 erlebten Sportwagen weltweit einen vorübergehenden Niedergang, der auch Porsche heftig traf. Dennoch waren es die Gewinne aus dem Geschäft mit den Vierzylindern, mit denen sich Porsche in den 1990er Jahren aus dem Tief befreite. Unter dem Namen 968 überlebten die Transaxle-Coupés und Cabriolets bis 1995, dann begann mit dem Mittelmotor-Modell Boxster eine gänzlich neue Vierzylinder-Epoche.
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