Azubi-Projekt Skoda-Modell für die Radsport-Gemeinde

Von Andreas Grimm 4 min Lesedauer

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Die Fahrrad-Produktion ist Teil der Skoda-Historie. Der Hersteller engagiert sich deshalb im Radsport. Jetzt gibt es für die Aktiven in dieser Sportart das passende Modell: den Skoda L&K 130.

Der Skoda L&K 130 ist bislang ein Einzelstück, überzeugt aber mit der Praktikabilität für begeisterte Radsportler. Aufgeladen und ab geht es in die Natur.(Bild:  Skoda Auto)
Der Skoda L&K 130 ist bislang ein Einzelstück, überzeugt aber mit der Praktikabilität für begeisterte Radsportler. Aufgeladen und ab geht es in die Natur.
(Bild: Skoda Auto)

Nein, der Skoda L&K 130 ist, so wie er dasteht mit dem ausgefahrenen Heck, kein verirrtes Mitglied aus der Fantasy-Reihe „Transformers“. Das Fahrzeug ist ein klassischer Skoda, das sich „simply clever“ insbesondere um die Belange der Radsportler kümmert. Aus gutem Grund, denn die Fortbewegung auf zwei Rädern ist in den Genen des tschechischen Herstellers noch tiefer verwurzelt als die Vierrad-Bewegung. Als die Firmengründer Václav Laurin und Václav Klement vor 130 Jahren begannen, hatten sie Fahrräder im Sinn. Kraftdroschken kamen erst später. Nun sind die beiden Traditionslinien – Fahrrad und Pkw – wieder vereint in jenem Skoda L&K 130, den der Autobauer am 20. Juni in Mlada Boleslav vorstellte.

Im Grunde ist der L&K 130 ein Superb Combi, der in ein Begleitfahrzeug für Radrennen umgewandelt wurde. Und konkret ist das Fahrzeug das zehnte Modell einer ganz speziellen Baureihe von Skoda: dem Azubi Car. Diese Fahrzeuge erschaffen Nachwuchskräfte des Autobauers seit Anfang der 2010er Jahre im Rahmen eines Berufsbild-übergreifenden Projekts, bringen ihre Gestaltungsideen ein und entwickeln Fahrzeugkonzepte, die es bei Skoda regulär nicht gibt: Cabrios, Roadster oder Camper-Vans. Das erste Azubi Car, der Skoda Citijet auf Basis des Kleinwagens Citigo, wurde im Jahr 2014 vorgestellt.

So ist es nun auch mit der zehnten Auflage des Skoda Azubi Cars geschehen. 28 Auszubildende der Skoda Akademie entwarfen den Skoda L&K 130 und seine spezielle Farbgebung, die als eine Hommage an die Firmengründer Vaclav Laurin und Vaclav Klement verstanden werden soll, die vor 130 Jahren mit dem Bau von Fahrrädern begannen. Das Einzelstück ist mit einer Pick-up-ähnlichen Ladefläche und vielen cleveren Ideen ausgestattet.

Einsatz während der Tour de France

Unter dem Markennamen L&K hatten die Firmengründer ihre Tätigkeit auf die Konstruktion und Fertigung von Motorrädern und Automobilen ausgeweitet. Die Fahrrad-Tradition lebt in der Unterstützung internationaler Radsport-Großereignisse wie der Tour de France fort. Dort wird der Skoda L&K 130 in diesem Sommer bei der 112. Austragung zum Einsatz kommen, die vom 5. bis 27. Juli 2025 stattfindet.

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Mehr als 2.000 Arbeitsstunden haben die Azubis nach Angaben des Herstellers mit Unterstützung ihrer Lehrkräfte und Experten aus verschiedenen Abteilungen in die Planung, Entwicklung und Fertigung des L&K 130 investiert. Dabei bildete zum ersten Mal der Skoda Superb Combi die Basis für ein Azubi Car, das außerdem erstmals mit einem Plug-in-Hybridantrieb ausgerüstet ist. Dank seiner rein elektrischen Reichweite eignet es sich gut als Begleitfahrzeug bei Radrennen und nutzt im reinen Elektromodus eine Hochvoltbatterie mit einer Bruttokapazität von 25,7 kWh.

Gleichzeitig bietet der Superb ein großzügiges Platzangebot, was den L&K 130 zum passenden Begleiter von professionellen Radrennen macht. Für diesen Einsatzzweck haben die Azubis die Kombilimousine in einen Pick-up verwandelt. Das Fahrzeug verfügt nun über eine neue Heckscheibe hinter den Rücksitzen, die den Innenraum von der offenen Ladefläche trennt, sowie einen integrierten Fahrradträger.

Die Besonderheiten im Detail

Um den Superb an den besonderen Einsatzzweck anzupassen, haben die Azubis zahlreiche Änderungen an der Karosserie vorgenommen:

  • Sie schnitten das Kombidach hinter den C-Säulen ab, verstärkten die Karosserieteile der verbleibenden Passagierkabine, passten die B- und C-Säulen an und verkürzten die Dachreling.
  • Die rechte hintere Tür ist mit einem völlig neuen Hebe-Schiebe-Mechanismus versehen, den die Auszubildenden in enger Zusammenarbeit mit Experten aus der Entwicklungsabteilung des Unternehmens konstruiert haben. Da die Tür beim Öffnen nicht klassisch nach außen aufschwingt, kann sie auch dann sicher geöffnet werden, wenn Radprofis nah an das Begleitfahrzeug heran oder an ihm vorbeifahren.
  • Den Platz des ursprünglichen Gepäckraums nahm die neue, niedrig positionierte Ladefläche ein. Diese lässt sich zusammen mit der neuen Heckklappe per Knopfdruck von innen oder außen mittels eines Zahnstangen-Mechanismus nach hinten ausfahren. In diesem Zustand der Ladefläche lässt sich während eines Rennens einfach und in angenehmer Höhe ein Ersatzfahrrad für einen Rennfahrer abladen.
  • Wird die Plattform mit der Heckklappe eingefahren, schieben sich die Träger mit den Rädern bis zu einem Winkel von 35 Grad nach oben und das Fahrzeug hat die gleiche Länge wie der ursprüngliche Skoda Superb Combi. Ein drittes Fahrrad findet Platz auf einem Dachträger.
  • Der Innenraum ist ebenfalls auf die Bedürfnisse des modernen Radsports zugeschnitten. Ein Display auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts zeigt Daten an, die zur Unterstützung der Rennfahrer benötigt werden. Zur Kommunikation innerhalb des Teams ist ein Funkgerät installiert. Anstelle des linken Rücksitzes wurde eine große Kühlbox für die Trinkflaschen der Radprofis eingebaut.
  • Farblich dominieren im Interieur des Skoda L&K 130 die klassischen L&K-Farben Rot, Weiß, Gold und Schwarz an den Sitzen, den Türverkleidungen und dem Armaturenbrett; die verwendeten Materialien sind recycelbar. In die Bezüge der Sportsitze vorne ist ein „130 Jahre“-Logo eingestickt.

„Das zehnte Azubi Car setzt eine stolze und langjährige Tradition der Skoda Akademie fort“, sagt dazu Maren Gräf, Vorständin für People & Culture bei Skoda Auto. Das Projekt sei ein starker Ausdruck des Engagements in der Nachwuchsförderung. Spektakuläre Einzelstücke wie den L&K 130 zeigten Jahr für Jahr die Kreativität, das Können und die Neugier ihrer Auszubildenden. „Das Azubi-Car-Projekt macht das Gelernte lebendig und gibt den Schülern die Möglichkeit, ihr Wissen in einem praktischen Umfeld anzuwenden.“

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